Sollte man sich an öffentlichen Ausschreibungen der Glasreinigung beteiligen?

Was spricht dafür:

  • In Aussicht gestellter Neuumsatz
  • Meist größere Objekte mit entsprechendem Umsatzvolumen
  • Man braucht sich die Kontakte nicht selbst zu suchen
  • Die Zahlen (Flächen, usw.) werden geliefert

Was spricht dagegen: 

  • Eine große Anzahl von Mitbewerbern
  • Geringe Zuschlagschance
  • Oft bekommt der günstigste Anbieter den Auftrag
  • Nicht auskömmliche Preise
  • Qualität ist oft kein Entscheidungskriterium
  • Viel und aufwändige Papierarbeit
  • Hoher Zeitaufwand bei der Kalkulation
  • Kleine formale Fehler führen zum Ausschluss
  • Der Gebäudereiniger im Hause macht die Glasreinigung günstig mit und verhindert dadurch, dass der Mitbewerber den Fuß in der Tür hat.

Fazit: Für kleinere und mittelständische Glasreinigungsfirmen sind öffentliche Ausschreibungen meist nicht interessant. Sie werden im Normalfall von den großen Dienstleistern nebenbei mitgemacht. Auch wenn die Glasreinigung damit zum Stiefkind in der Gebäudereinigung wird, scheit sich hier auf absehbare Zeit nichts zu ändern.

Wir von KlarOs® beteiligen uns nicht an öffentlichen Ausschreibungen.

Berlin, 31.01.2014                                      Karl Wachenfeld – KlarOs®

Schulreinigung – wer ist Schuld an dem Schmutz? Ist Verbesserung möglich?

In den letzten Wochen ist die schon lange schwelende Diskussion um schmutzige Klassenräume hoch gekocht. Scheinbar ist nur eines sicher: die Schul- und Sanitärräume und die  Flure und Treppenhäuser  sind permanent stark verschmutzt und in vielen Fällen hygienisch stark bedenklich. Aber scheinbar ist keiner Schuld: Nicht die Schulleitung, die die Reinigungsfirma verantwortlich macht – nicht die Reinigungsfirma, die behauptet alle Vorgaben im Reinigungsvertrag erfüllt zu haben.

Wie stellt sich die Situation aus der Sicht eines alten Hasen (23 Jahre) aus der Gebäudereinigung dar:

Grundsätzlich sind die Leistungen sehr umfassend und detailliert dargestellt. Überprüfen sollte die Schulbehörde, ob nicht der Reinigungsturnus – zumindest in stark verschmutzen oder hygienisch relevanten Bereichen – erhöht werden sollte. Aber hier liegt erst einmal nicht das Hauptproblem.

Die Ausschreibungsbedingungen für die Schulreinigung

Wenn wir uns den Ausschreibungsbedingungen zuwenden, kommen wir den Problemen schon näher: Im Normalfall muss der günstigste Anbieter genommen werden. Wenn dem Leistungsversprechen des Günstigsten vielleicht nicht glaubt wird auf jeden Fall einer der günstigeren Anbieter ausgewählt.

Im Normalfall wird das eingesetzte Stundenvolumen in der Ausschreibung abgefragt. Hier wird im Regelfall von dem Gebäudereiniger der Stundenverrechnungssatz unrealistisch niedrig angesetzt, um dadurch das Stundenvolumen zu erhöhen und größere Erfolgsaussichten bei der Ausschreibung zu haben.

Steigt man aber einmal genauer hinter die dargelegten Zahlen und hinterlegt einen realistischen Stundenverrechnungssatz (Lohntarif +110%), bei dem dann der Gebäudereiniger auch kein Geld mitbringen muss, so erkennt jeder das gesamte Lügengebilde der Angebote: Vorgabezeiten von 5 Minuten für ein Klassenzimmer, Sanitärbereiche mit Zeitvorgaben, die nicht mehr erlauben, als den Toilettendeckel von außen abzuwischen, usw. Und genau so stellt sich dann die Situation dar.

 

Unrealistische Zeitvorgaben durch das Reinigungsunternehmen

Die den Reinigungskräften vorgegebenen Zeiten sind unrealistisch und schaffen keine Reinigungsqualität im Objekt!

 

Muss man Mitleid mit den armen Reinigungskräften haben?

Ein weiteres Problem speziell in den Schulen sehe ich darin, dass die Reinigungskräfte über die Zeitvorgaben öffentlich jammern und die Lehrer bis hin zur Schulleitung hierfür ‚soziales Verständnis aufbringen’ und meinen, dass sich eine Beschwerde nicht gegen das Reinigungsunternehmen sondern direkt gegen die Reinigungskraft richten würde. In diesem Falle überspringt die berechtigte Beschwerde schon nicht die erste Hürde.


Jede Mangelleistung dem Reinigungsunternehmen anzeigen

Würde jeder Mangelleistung nachgegangen, diese dokumentiert und umgehend an den Gebäudereiniger mit der Androhung gefaxt, dass ohne umgehende Mängelbeseitigung ein Preisabzug erfolgen würde, würde sich sicher schnell was bewegen. Denn da ist der Gebäudereinigung sehr empfindlich. Nur hiermit kann man Druck machen, dass eine ausgeschriebene Leistung auch angeboten wird. Und wenn der Dienstleister das dann nicht leisten kann, überlegt er sich vielleicht beim nächsten Mal, ob er den Preis drückt. Doch heute kann er  ja seine Schlechtleistung sehr gut aussitzen!

 


Die Glasreinigung / Fensterreinigung in den Schulen

Wie sieht es den bei der Glasreinigung in den Schulen aus? Ganz ähnlich wie bei der täglichen Schulreinigung. Hinzu kommt noch, dass die Schulen bei der Ausschreibung nicht immer die Glasreinigung und die tägliche Reinigung in getrennten Losen vergeben. So kann ein Unternehmen mit nur einem Glasreiniger den Auftrag bekommen und gibt diese Arbeit an einen Nachunternehmer weiter. Da der Generalunternehmer natürlich etwas verdienen will, wird der Preis des Nachunternehmers noch mal gedrückt. Das führt auch hier verstärkt zu Schlechtleistungen und einer Reklamationsflut über nicht gereinigte Fenster.

 

Sollte man sich an Schulausschreibungen beteiligen?

Solange die Ausschreibungs- und Rahmenbedingungen kein Qualitätsangebot würdigen beteiligen wir uns nicht an Schulausschreibungen, die ja zumeist öffentlich ausgeschrieben werden müssen.

 

Berlin, 17.01.2014              Karl Wachenfeld – KlarOs®