Wie sinnvoll ist es für Glasreiniger und Glasreinigungsunternehmen, das Netzwerk „XING“ zu nutzen?

Seit Jahren nutze ich XING, mal intensiver, mal weniger intensiv. Aber macht es Sinn, hier Zeit hineinzustecken? Kann man Kontakte ausbauen oder wiederfinden? Wird das eigene Unternehmer durch XING am Markt bekannter? Wie kann man XING noch sinnvoll nutzen?

  • Die eigene Profilseite zu erstellen fordert Sie schon genau darüber nachzudenken, wie man was richtig und passend formuliert, aber auch, was man eigentlich macht und was man bisher gemacht hat.
  • Über die (erweiterte) Suchfunktion können Sie ehemalige Kollegen oder alte Kontakte suchen und finden. Hier können Sie auch über die Ihnen bekannten Unternehmen Kontakte aufspüren.
  • Wünschen Sie sich mit alten Bekannten, Geschäftspartnern, Kollegen enger zu  verbinden, so können Sie leicht den Kontakt herstellen und dann werden sie – bei Zustimmung der Gegenseite – sich ihn in Ihrer eigenen Kontaktliste wiederfinden. Achtung!: Hier rate ich Ihnen mehr auf Kontaktqualität als auf – Quantität zu achten!
  • Sehr sinnvoll war es mir meinen KlarOsblog mit Xing zu verbinden, so dass meine eigenen Kontakte die vierzehntägigen Blognachrichten direkt bekommen. Diese können dann auch kommentiert werden, was Google in seiner Bewertung berücksichtigt.
  • Die Mitarbeit in den Themenforen ist aus meiner Sicht sehr schleppend. Es passt nicht zusammen, wenn von 300 Forummitgliedern in zwei Wochen nur ein Artikel veröffentlicht wird.
  •  Für die Glasreinigung sind aus meiner Sicht nur folgende ‚Gebäudereinigungs‘-Foren interessant: – Gebäudereinigung und noch viel mehr – Gebäudereinigung, Facility Management, Dienstleistungen – Die Reinigungsspezialisten
  • Auch können Sie Ihr Unternehmen auf Xing präsentieren. Ist aber wohl eher interessant und aktiv zu nutzen, wenn man hier viele Xing-Mitarbeiter Ihres Unternehmens  wiederfindet.
  • Die Mitarbeitersuche über Xing macht aus meiner Sicht nur bedingt Sinn. Gewerbliche Mitarbeiter werden Sie hier nicht finden, aber ab dem Objektleiter, Abteilungsleiter aufwärts schon eher.

Mein persöniches Fazit: Ich werde weiterhin Mitglied bleiben und freue mich über neue Kontakte, die über Xing entstehen, denke aber, dass man das Ergebnis nicht überbewerten sollte. Ich ärgere mich weiterhin über eine stumme Mitgliedermehrheit und die Passivität in den Foren, versuche aber regelmäßig einmal in der Woche reinzusehen, um mich auf dem Laufenden zu halten.

Ich möchte an dieser Stelle nicht verhehlen, dass ich nicht alle Möglichkeit von Xing ausschöpfe, denke aber, dass es meinen Glasreinigungskollegen auch ähnlich geht, die – wie ich – Ihre kostbare Zeit sinnvoll Ihrem breiten Aufgabenspektrum anpassen müssen.

Karl Wachenfeld – KlarOs®

Anfrage eines Architekten / Planers an den Glasreiniger

Letzte Woche erreichte mich ein Anruf eines Architekten, der wissen wollte, was er zu beachten hat, damit seine geplante Glasfassade gut gereinigt werden kann.

Die Voraussetzungen

Die Glasfassade ist an einer Gebäudeseite geplant. Die Breite beträgt zirka 50 Meter, die Höhe 16 Meter. Direkt davor – also zwischen Fassade und Gebäudegrenze – sollen Blumenrabatten und Büsche gepfanzt werden. Ein breiterer Weg für eine Hebebühne ist nicht eingeplant und auch aus statischen Gründen nicht möglich, da der Bereich unterkellert ist. Die Glasfassade besteht aus festverglastem Glas und Rahmenelementen, die keine großen Absätze/Vorstände aufweist.

Die Frage des Architekten / Planers

Welche Reinigungstechniken bieten sich an? Mit welcher Technik kann die Glasfassade sinnvollerweise gereinigt werden? Welche Bedingungen muss man einhalten?

Mögliche Reinigungstechniken

Da die Hebebühne nicht in Frage kommt, bieten sich nur die Kletterreinigung und die Reinigung mit Stangen und entionisiertem Wasser an.

Welche Reinigungstechnik macht hier Sinn?

Der Einsatz eines Industriekletterteam macht insbesondere aus wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn. Der Kletterer müsste sich bei dieser – für ihn – geringen Höhe und der relativen Breite immer wieder neu Anseilen, ein hoher und kostenintensiver Aufwand.

Der Einsatz der wasserführenden Stange und die Reinigung mit Bürsten und entionisiertem (gereinigtem) Wasser passen hier eher. Die Höhe stimmt, denn die Arbeit ist heute bis in Höhen von 20 Metern möglich.

Die Bedingungen für die Reinigung mit der Stange

Natürlich müssen einige Bedingungen in die Planung eingehen: – Im Abstand von ca. 4 Metern von der Fassade muss ein Weg sein, von dem aus die Stangenarbeiten durchgeführt werden können – Es sollte ein Wasser- und ein Stromanschluss an der Außenwand/in der Nähe sein, der genutzt vom Glasreiniger werden kann – Es muss damit gerechnet werden, dass die eine oder andere Pflanze durch die Arbeiten leidet, da man nicht gleichzeitig hoch schauen und auf den Boden gucken kann.

Welche Vorteile bietet die Reinigung mit dem Stangensystem?

Der große Vorteil hier ist, dass Sie gut einsetzbar ist und das gewünschte Reinigungsergebnis liefert. Der Rahmen muss gut gereinigt werden, da sonst das Schmutzwasser immer wieder über die Glasflächen laufen würde und diese erneut verschmutzen. Zudem kann bei regelmäßiger halbjährlicher Reinigung ohne zusätzliche Chemie gearbeitet werden, da die Reinigungskraft des entionisierten Wassers sehr hoch ist, ein ökologischer Vorteil. Ohne den Einsatz von Chemie ist die erneute Einschmutzung nicht so hoch, da keine Tenside die Schmutzpartikel binden. Die Fläche bleibt also länger sauber! Und last but not least: Die Kosten sind deutlich geringer als beim Kletterer und auch beim Hebebühneneinsatz. Sie müssen hier für die Reinigung außen mit ca. 1,50 €/netto pro Quadratmeter rechnen, ein aus meiner Sicht überschaubarer Kostenrahmen, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Hebebühne alleine schon 250  €/netto kosten würde.

 Ja, liebe Architekten und Planer, fragen Sie bevor Sie bauen und Sie halten die Betriebskosten Ihres Bauherrn zukünftig gering. Er wird es Ihnen danken!

Karl Wachenfeld – KlarOs®

Glasreiniger-Tipp: ESG und VSG´Scheiben erkennen und richtig reinigen

Gern veröffentlichen wir den interessanten Fachartikel von Oliver Schwarzmeier, der für den Inhalt auch verantwortlich zeichnet.

Oliver Schwarzmeier ist Geschäftsführer der  http://www.gm-team.info in München, die seit mehr als 20 Jahren hauptsächlich in der Bau-, Büro- und Glasreinigung tätig ist. Die langjährige Erfahrung in der Fenster- uind Glasreinigung hat ihn gelehrt an dieses Thema mit besonderer Vorsicht heranzugehen und nur speziell geschultes Personal dafür einzusetzen.

ESG und VSG Scheiben erkennen und richtig reinigen

Überall wo es auf Stoßfestigkeit und Sicherheit ankommt, wird gerne Einscheibensicherheitsglas (ESG) und Verbundsicherheitsglas (VSG) verwendet. Diese Scheiben weisen zwei wesentliche Vorteile auf: Diese Scheiben brechen nicht so leicht und wenn doch zerbrechen in viele kleine Splitter, die allerdings nicht ‚wegspritzen‘, sondern aneinander hängen bleiben, so dass es zu keinen scharfen Kanten kommt und die Verletzungsgefahr reduziert wird. Das ist der Grund, warum ESG und VSG vor allem dort verbaut werden, wo Glasbruch besonders gefährlich wäre. Das ist z.B. bei Autoscheiben der Fall, bei gläsernen Duschwänden, Glastüren und anderen Glasflächen direkt im Wohnbereich. Im Außenbereich kommen die Sicherheitsgläser vor allem bei Fassaden aus Glas vor, bei alarmgesicherten Fenstern oder bei Glasüberdachungen.

Stoßfestigkeit und Sicherheit sind die entscheidenden Merkmale von ESG und VSG. Sie sind empfindlicher als herkömmliches Glas und benötigen besondere Pflege. Damit sie bei der Fensterreinigung nicht beschädigt werden, müssen sie also zunächst mal erkannt werden. Bei ESG Scheiben ist das sehr einfach, denn für diese besteht eine Kennzeichnungspflicht. Jede ESG Scheibe verfügt über einen Stempel, der den Hinweis ‚ESG‘ enthält. Bei VSG wird es etwas komplizierter, weil hier keine Kennzeichnungspflicht besteht. Trotzdem setzen viele Hersteller auch hier Stempel ein, die die Erkennung ohne weiteres möglich machen. Bei älteren Scheiben kann ein solcher Stempel aber fehlen und dann hilft der ‚Klopftest‘ weiter. VSG besteht aus einer Scheibe, die mit einer Folie fest verbunden ist und einer zweiten ‚unverbundenen‘ Scheibe. Daher sollte man von beiden Seiten auf die Scheibe klopfen. Hört sich dabei das Klopfen auf einer Seite dunkler und dumpfer an, kann man davon ausgehen, dass es sich um VSG handelt. Als Glasreiniger sollte man diesen Test am besten mal an einer Scheibe machen, von der man mit Sicherheit weiß, dass es sich um VSG handelt, dann kann man sich in diesen Unterschied ‚einhören‘.

Was ist nun zu beachten, wenn man ein ESG oder VSG Fenster reinigen will? Auf keinen Fall darf man mit einem Glashobel an diese Scheiben rangehen. Selbst wenn grober und verkrusteter Schmutz oder anhaftende Partikel auf dem Glas sitzen, ist die Klinge absolut tabu! Vielmehr muss solcher Schmutz mit reichlich Wasser aufgelöst und schonend abgetragen werden, z.B. mit einem Mikrofasertuch. Dabei ist darauf zu achten, dass man nicht mit bereits angeschmutztem Wasser an die Sache geht, da die Schmutzpartikel darin scheuernd wirken könnten. Sollte auch wiederholtes Einweichen nicht helfen, kann man mit einem neutralen Reiniger unterstützen. Auch das maschinelle Polieren von ESG Scheiben sollte unterbleiben.

Schäden an ESG und VSG Scheiben können bei starker Verschmutzung übrigens bereits entstanden sein, noch bevor ein Gebäudereiniger überhaupt Hand anlegt. Sollte also bereits optisch erkennbar sein, dass eine zu reinigende Scheibe verkrusteten Schmutz oder größere Anhaftungen haben, wie sie z.B. entstehen, wenn die Glasflächen bei Baumaßnahmen nicht abgedeckt wurden. Wenn Bauschmutz wie etwa Zementspritzer an den Scheiben haftet, sollte man extrem vorsichtig sein! Die Verschmutzung sollte durch Fotos dokumentiert werden und der Auftraggeber über die Gefahr einer bereits bestehenden Glasbeschädigung informiert werden. Ansonsten kann die Beschädigung dem Gebäudereiniger als Bearbeitungsfehler unterstellt werden, die bei vielen Versicherungen in der Berufshaftpflicht nicht abgedeckt sind.

Wer sich detailliert in das Thema einlesen möchte, findet bei der RAL Gütegemeinschaft Gebäudereinigung e.V.  http://www.gggr.de/basics/pdfs/merkblattreihe/04_GL01_Glasreinigung.pdf
ein Merkblatt zur Reinigung von vorgespannten ESG- und beschichteten Gläsern.

Vielen Dank, Herr Schwarzmeier – ich hoffe, dieser Artikel macht Ihnen Mut sich auch mit Ihren Thema an unseren Glasreinigerblog zu wenden.

Karl Wachenfeld – KlarOs®

Zuschlagschancen für den spezialisierten Glasreinigungsbetrieb

Ausgangsbasis: Sie sind ein kleiner Glasreinigungsbetrieb (max. 6 Glasreiniger) mit eigenen Vertriebsaktivitäten, der die klassische Glasreinigung mit Stange und Hebebühne, aber auch die Stangentechnik und die Kletterleistung – vielleicht auch durch ein Partnerunternehmen – anbietet.

Egal wie viele Angebote Sie erstellen, dabei sind im Normalfall Kleinaufträge von Privat, Aufträge von Hausverwaltungen (Treppenhäuser, Glasfassaden), Büro- und Werkstattfenster, Wintergärten, und vieles mehr.

Doch wo ist die Zuschlagschance Ihrer abgegebenen Angebote größer – und wo vielleicht kleiner? Um welche Aufträge sollte man sich besonders bemühen, bei welchen ist die Mühe meist vergebens?

Öffentliche Aufträge – die 0%-Chance

Öffentliche Glasreinigungsaufträge werden heute noch immer oft gemeinsam mit der Unterhaltsreinigung vergeben und sind etwas für die großen Gebäudereiniger/die FM-Dienstleister, aber nichts für uns kleine. Da kommen wir einfach nicht ran. Oft scheitern wir schon an den Versicherungssummen, die – allein bezogen auf die Glasreinigung – schon extrem hoch sind.

Große standardisierte Aufträge wie z.B. Bürogebäude, Hotels, u.ä. – die 5%-Chance

Auch in diesem Bereich haben die großen Dienstleister ihre Nase vorn, können Ihre Azubi-Truppen reinschicken, eine hohe Leistung durch eine hohe Vorgabe erzielen. Hier ist die Marge so klein, dass man es über die Masse machen muss – aber das kann man nicht mit max. 6 Mitarbeitern. Sie wären zu lange an dieses Objekt gebunden und andere Kunden würden vernachlässigt. Also nicht zu empfehlen.

Empfehlungsaufträge – die 80%-Chance

Empfehlungen schaffen Vertrauen. Man glaubt Ihnen, dass Sie die erwartete Leistung auch erbringen. Da ist der Preis nicht immer das ausschlaggebende Kriterium. Auch werden diese Aufträge nicht immer mit einem Zweit- oder Drittangebot verglichen. Also eine gute Chance für Sie.

Aufträge aus Ihrem näheren Umfeld – eine 85%-Chance

Mit dem Wissen, dass Sie aus in der Nähe Ihren Firmensitz haben schaffen Sie zum einen Vertrauen und zum anderen geht der Kunde davon aus, dass Sie keine hohen An- und Abfahrtskosten in Rechnung stellen. Allerdings muss man sagen, dass diese Aufträge nicht immer sehr groß sind. In der Regel handelt es sich um Privathäuser und –wohnungen. Aber auch diese Kundengruppe ist nicht zu unterschätzen. Sie ist treu und bezahlt in der Regel schnell.

Spezielle Aufträge – die 90%.Chance

Bei Aufträgen, die uns fachlich herausfordern und für den Kunden Lösungen schaffen ist die Chance am größten. Meine Erfahrung ist, dass die Kunden hier schon lange einen passenden Glasreiniger suchen und sich sehr freuen, wenn sie ihn gefunden haben. Der Preis steht meist nicht im Mittelpunkt der Entscheidung. Die machbare Lösung ist das, was den Kunden überzeugt.

Überlegen Sie sehr gut, wie Sie sich als Glasreinigungsunternehmen am Markt aufstellen und welchen Kunden Sie Ihre speziellen Dienstleistungen anbieten. Die Zahl und auch die Umsatzhöhe der abgegebenen Angebote sagt nichts über Ihren Zuschlagserfolg und Ihren Unternehmergewinn am Ende des Jahres aus!

Viel Erfolg. Ihr Karl Wachenfeld – KlarOs®