Guter Vorsatz für 2017: Es gibt Lösungen für den Glasreiniger

Ein befreundeter Kollege aus der Glas- und Gebäudereinigung kam vor ein paar Tagen mit der Bitte auf mich zu, ob ich mich nicht mal mit seiner Teilzeit-Bürokraft zusammen setzen könnte, denn in der Organisation laufe einiges nicht wirklich rund.

Im Gespräch stellte sich die Situation wie folgt dar:

Alle Termine wurden in ein Buch geschrieben. Angebote wurden auf Zuruf von der Büromitarbeiterin gemacht, die diese von zu Hause aus schrieb. Wenn die Rechnungen geschrieben werden sollten, setzte man sich zusammen und suchte mühsam aus dem Buch alle Daten (Ausführungstermine, Stunden, usw.) zusammen. Das Zusammentragen der Mitarbeiterstunden war chaotisch und führte sicher oft zu Fehlern. Die Nerven lagen nicht selten blank.

Sie können sich vorstellen, dass es hier keine klaren Abläufe und Verantwortlichkeiten gab – es war ein heilloses Durcheinander.

Um Lösungen für solch eine Situation zu finden muss man sich den normalen Arbeitsablauf in der Glasreinigung ins Gedächtnis rufen:

Angebotserstellung – Beauftragung – Stundenerfassung – Rechnungsstellung

Unser gemeinsam entwickeltes Konzept:

  • Die Angebotserstellung nach Vorgabe durch den Kollegen bleibt weiterhin bei der Bürokraft.
  • Auf einem einfachen Vordruck schreibt nun täglich der Kollege die Arbeitseinsätze (nach laufenden Auftragsnummern) ein.
  • Er ergänzt abends seinen ausgefüllten Vordruck mit den Stunden der Mitarbeiter und schickt dieses Blatt abends an seine Büromitarbeiterin.
  • Diese Blätter werden laut den laufenden Auftragsnummern für die Lohnabrechnung und die Kundenrechnungen dann abgearbeitet.

Wenn sich beide an diesen Ablauf halten führt das zu deutlichem Zeitgewinn und zur Arbeitsentlastung von Beiden. Vielleicht auch ein Vorschlag für Sie?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein einen guten Rutsch ins neue Jahr – aber bitte mit weniger Stress!!

Karl Wachenfeld – KlarOs

Wird Ihr Versprechen beim Kunden wirklich eingelöst?

Lieber Glasreiniger, wissen Sie, ob Ihr Versprechen beim Kunden wirklich einlöst wird?

Bei der Besichtigung gucken wir uns die Aufgabe genau an, machen ein Aufmaß, besprechen Besonderheiten, gehen auf die Wünsche der Kunden ein – also eine typische Verkaufssituation.

Das Angebot geht zum Kunden und er beauftragt uns in der Hoffnung, dass seine Wünsche erfüllt werden.

Nun geht es in die praktische Umsetzung:

  • Der Termin für die Durchführung wird vereinbart
  • Die Mitarbeiter werden informiert, was zu tun ist
  • Der Termin wird mit dem Kunden vereinbart
  • Die Mitarbeiter sind vor Ort und reinigen
  • Die Mitarbeiter verabschieden sich

=     Der Erstauftrag beim Kunden ist durchgeführt

Die Rechnung wird gestellt und bezahlt.

Doch, wissen Sie, ob der Kunde mit der Ausführung zufrieden war und ob er wiederkommen wird?

Wenn Sie nicht nachfragen, wissen Sie es eigentlich nicht. Wenn er wiederkommt, können Sie davon ausgehen, dass er wohl zufrieden war. Aber Sie wissen es immer noch nicht sicher!

Deshalb empfehle ich, am Tag nach der Durchführung kurz beim Neukunden anzurufen oder ihm eine Mail zu fragen und nachzufragen,

  • ob alles so gelaufen ist, wie gedacht
  • ob wir beim nächsten Mal etwas anders/besser machen können
  • ob die Mitarbeiter freundlich waren
  • ob es Vorkommnisse gab, die der Chef wissen sollte

Ich habe gute Erfahrungen mit E-Mail-Vordrucken gemacht, wo man dann nur die Emailadresse und den Namen des/r Ansprechpartners/in einträgt und sie abschickt. Ist in einer Minute getan und trotzdem persönlich. Passiert bei mir aktuell leider auch nicht immer – auch ich hab meine bequeme Seite -, ich will das aber fest einführen.

E-Mails haben auch den Vorteil, dass man schnell Rückmeldungen bekommt, die man vielfältig nutzen kann. So als Referenz, als Darstellung einer Zufriedenheitsstatistik und natürlich auch als Verbesserung der eigenen Dienstleistung.

Vielleicht denken Sie, der hat einen Spleen oder das ist einfach zu viel Papierkram. Ich kann Ihnen aber aus Erfahrung sagen, dass diese Maßnahme stark zur Kundenbindung beiträgt und Ihre Dienstleistung weiterhin auf einem hohen Qualitätsniveau halten kann.

Ich wünsche Ihnen genug Zeit für die kleinen Dinge, die Ihre Kunden Ihnen danken!

Ihr Karl Wachenfeld – KlarOs

Sicherheit bei der Glas- und Fassadenreinigung

Jeder von uns weiß, dass unsere Arbeit oft Risiken birgt. Umso wichtiger, dass alle am Prozess Beteiligten umsichtig und sich der konkreten Gefahren bewusst sind.

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft hat für die Glas- und Gebäudereiniger die Broschüre ‚Gebäudereiniger – sicher und gesund im Beruf‘ herausgebracht, die wie folgt heruntergeladen werden kann:

http://www.bgbau.de/gisbau/publikationen/brosch/downloads/Gebaeudereiniger_72013.pdf

Aus meiner Sicht als Unternehmer hierzu einige Anmerkungen:

  • Schon bei der Objektbesichtigung muss genau bewertet werden, wo mögliche Risiken lauern. Diese zu übersehen kann günstig für den Auftraggeber, aber extrem teuer für uns als Auftragnehmer werden. Risiken müssen für alle Beteiligten – Auftraggeber, Mitarbeiter, Auftragnehmer – schriftlich festgehalten und bewertet (Kosten, Maßnahmen, Information) und berücksichtigt werden.
  • Für den Glasreiniger ist der Absturz mit das größte Sicherheitsrisiko. Oft bewegen wir uns in großer Höhe (auf dem Dach, auf dem Gerüst, auf der Leiter, auf der Hebebühne). Die Standfestigkeit der Gerätschaften (Leiter, Gerüst, Hebebühne) ist eine Grundvoraussetzung für unseren sicheren Arbeitseinsatz. Auf dem Glasdach/Dach sollten wir uns nicht von beschwichtigenden Aussagen einlullen lassen, sondern uns zusätzlich gegen Absturz absichern.
  • Wir als Unternehmer stehen nicht immer daneben und können nicht immer alles kontrollieren. Hier sind wir darauf angewiesen, dass unsere Mitarbeiter Ihre Fähigkeiten, aber auch Ihre Grenzen kennen und genau wissen, wo Sie die Bremse setzen müssen. Wirtschaftlicher Druck, der vom Vorgesetzten oder dem Chef kommt, erhöht das Sicherheitsrisiko absolut. Überschreiten Sie als Vorgesetzter selbst nicht die Grenzen, geben Sie Ihren Mitarbeitern das Gefühl, dass Sie sie nicht in Gefahr bringen wollen und auch morgen noch brauchen.
  • Sicherheitsgurte, Sicherheitsgeschirr, Türanker, u.ä. sollten in jedem Glasreinigungsbetrieb vorhanden sein und für den entsprechenden Auftrag herausgegeben werden.
  • Schulungen zur Arbeit auf Hebebühnen, Gerüsten, Leitern usw., durchgeführt von Fachkräften, helfen, die Aufmerksamkeit immer wieder aufrecht und wach zu halten. Unternehmerische Investitionen sind kalkulierbar, mögliche Unfälle nicht!
  • Die eingesetzten Geräte und Hilfsmittel wie Stromkabel, Leitern, Tritte u.ä. müssen immer wieder überprüft werden, ob Sie eingesetzt werden können oder repariert bzw. ausgetauscht werden müssen.
  • Aber denken wir doch auch bei unserer Arbeit an Dritte, die durch das Treppenhaus gehen und ausrutschen können, weil wir kein Hinweisschild aufgestellt haben oder ein Arbeitsgerät aus der Gondel fällt, weil wir sie nicht abgesichert haben…

Sorgen wir dafür, dass unsere Mitarbeiter nicht verunfallen. Dies ist nicht nur eine moralische Pflicht für uns als Unternehmer, sondern auch eine Notwendigkeit, um die wirtschaftliche Sicherheit unseres Betriebs nicht durch unkalkulierbar teure Strafen und hohe Kosten zu gefährden.

Ich wünsche Ihnen ein gutes, besser ein sicheres Händchen bei der Gefahrenbeurteilung und der gefahrlosten Durchführung Ihrer schwierigen Aufträge.

Ihr Karl Wachenfeld – KlarOs