Tariferhöhung in der Glas- und Gebäudereinigung

Jedes Jahr das Gleiche: Die Tariferhöhung der Glas- und Gebäudereinigung tritt mit großer Regelmäßigkeit jeweils am 01.01. eines Jahres in Kraft. Man könnte denken: Toll, neues Jahr, neue Preise – aber so sehe ich das nicht. Abgesehen davon, dass ich persönlich die Ergebnisse der Tariferhöhung nicht immer nachvollziehen kann – warum gab es 2014 eine Lohnerhöhung in der Glasreinigung von 8,83 % – ist der Termin vielleicht für den Buchhalter ideal, keinesfalls aber für den Kunden.

Die Nachricht über die Tariferhöhung sollte vier Wochen vor Inkrafttreten unseren Kunden erreichen. Also informiert man ihn Ende November darüber, dass er ab 01.01. für seine Reinigungsleistung mehr bezahlen muss und verbindet das gleichzeitig mit einer schönen Vorweihnachtszeit, einem frohen Weihnachtsfest und einem guten Rutsch in einen höheren Rechnungsbetrag – nein, in das neue Jahr. Passt irgendwie nicht ganz!!!

Wie soll man diesen Spagat hinbekommen? Geht einfach gar nicht. Unglücklich, unglücklich, unglücklich! Aber gehen Sie bitte davon aus, dass sich an dem Termin der Tariferhöhung nichts ändert, schließlich läuft das so schon viele Jahre und die Tarifpartner haben Ihre Termine für die Zusammenkünfte der nächsten Jahre sicher schon in ihren Kalendern fest verbucht J.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit, ein frohes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familien und einen guten Rutsch in ein für Sie gesundes und erfolgreiches Neues Jahr.

Ihr Karl Wachenfeld – KlarOs

Die Geschichte der Glasreinigung – Teil 3

Glasreinigungsentwicklung nach dem 2. Weltkrieg

 In den 60er Jahren, die Wirtschaft hatte sich stabilisiert und man sprach sogar von dem Wirtschaftswunderjahren, entstand ein neuer Typ von Glas- und Gebäudereinigungsunternehmen am Markt, die sich bald nicht mehr auf die Leistung der  Glas- und Gebäudereinigung beschränkten, sondern durch Ihre Kenntnisse in der Personalführung schnell weitere personalintensive Branchen, so den Catering- und den Sicherheitsbereich, in Ihr Unternehmen integrierten und sich zu den großen Facility Managementunternehmen, die überregional und oft auch weltweit agieren, entwickelten. Da es sich hier um eine Rundumversorgung der Kunden handelt ist die Glasreinigung integriert, macht aber für diese Unternehmen nur einen kleinen, eher zu vernachlässigenden Umsatz aus.

Die Situation heute

Somit finden wir heute die neuen großen Facility-Management-Unternehmen, die klassischen Gebäudereinigungsunternehmen (unterschiedlicher Größe), die kleine Dienstleister mit dem breiten Reinigungs- und Hausmeisterpaket, wenige Glasreinigungsunternehmen (meist als Subunternehmer für die großen tätig) und die Ein-Mann-Glaseinigungsbetriebe parallel am Markt.

Da heute wenige große Unternehmen unserer Branche einen Großteil der Arbeitskräfte beschäftigt sind die regionalen Innungsbetriebe an deren Mitgliedschaft besonders interessiert. So kommt es, dass die Gebäudereinigerinnung nur einen Teil der Glas- und Gebäudereinigerbranche repräsentiert und eher die Interessen der Großen am Markt vertritt. Der kleine Glasreinigungsbetrieb findet sich da auf jeden Fall nicht wieder und natürlich auch nicht repräsentiert.

Glasreiniger finden sich somit in den großen Facility-Unternehmen, in den Gebäudereinigungsunternehmen und den Glasreinigungsunternehmen und als selbständige Glasreiniger. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass der Konkurrenzkampf der Großen immer heftiger wird und der wirtschaftliche Druck auf die mittelgroßen Unternehmen sich verstärkt.

Mein Tipp für die kleineren Glasreinigungsunternehmen am Markt

Für die kleinen Reinigungsunternehmen heißt das aus meiner Sicht, die eigene Strategie für die zukünftige Entwicklung genau zu definieren.  Eine Möglichkeit sehe ich in der Spezialisierung auf eine – oder zumindest auf wenige – Leistungen. Insofern hat der Glasreiniger eine gute Chance am Markt, muss dabei aber aufpassen, dass er sich als Subunternehmer nicht zum Spielball der Großen macht. Ein eigener Vertrieb/Verkauf kann dabei sehr hilfreich sein.

Karl Wachenfeld – KlarOs
info@klaros-gmbh.de

 

 

Gebäudereinigung: Tariferhöhung um 9,4 Prozent zum 01.01.2016?

Die aktuellen Tarifverhandlungen in der Gebäudereiniger-Branche scheinen schwierig zu sein. Aktuell stehen Forderungen von 9,4 Prozent Gehaltserhöhung der IG BAU dem Angebot des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks von 3 Prozent gegenüber.

Natürlich freut sich jeder Glasreiniger über eine saftige Tariferhöhung. Doch wir Unternehmen müssen, da die Marge es nicht hergibt, die Tariferhöhungen an unsere Kunden weitergeben, was zu empfindlichen Preiserhöhungen führen wird.

Das kann dann dazu führen, dass die Kunden mit einer Turnusreduzierung reagieren und sich damit der gesamte Leistungsumfang verringert oder die Arbeitgeber die Leistungen noch weiter erhöhen? Beides kann sicher nicht im Sinne der Tarifparteien sein!

Ein zu hoher Tarifabschluss wird dazu führen, dass insbesondere im Bereich der öffentlichen Ausschreibungen der Druck durch neue Ausschreibungen wächst, was die oben beschriebenen Auswirkungen zur Folge hat. Davon werden dann sicher auch die vielen Subunternehmen in der Glasreinigung, an die der Druck oft weitergeleitet bzw. durchgereicht wird, ein Lied singen können.

Die kleineren Unternehmen, egal ob spezialisiert oder im privaten Bereich tätig, werden die Tariferhöhung sicher besser bei Ihren Kunden umsetzen können – aber schwierig wird es allemal. Ist es doch ein großer Unterschied, ob man z.B. 95 € oder 103,55 € für die Fensterreinigung eines Wohnhauses bezahlen muss.

Ich hoffe sehr, dass die IG BAU sich einkriegt und einem Abschluss zustimmt, der das Lohneinkommen der Glasreiniger verbessert, gleichzeitig aber die Gesamtsituation nicht aus dem Auge verliert. Tarifabschlüsse sollten aus meiner Sicht ausgewogen und nicht das Wunschergebnis einer Partei sein.

Was denken Sie darüber? Ihre Antworten an: info@klarosblog.de

Viele Grüße von Karl Wachenfeld – KlarOs

 

Neue Tarifregelung in der Glasreinigung zum 01.01.2013 – ein Glücksgriff oder nur Augenwischerei?

Die Fakten: Zum 01.01.14 steigen die Löhne in der Glasreinigung wie folgt:

Alte Bundesländer:           von 11.33 € auf 12.30 € =   8,83%
Neue Bundesländer:         von   9.00 € auf 10.31 € = 11,56%

Für mich passt da einiges nicht zusammen:

Warum wird der Lohn in den alten Bundesländern um 8,83% erhöht? Wie begründen die Tarifpartner diese extrem hohe Erhöhung? Haben Sie in den letzten Jahren die verkehrten Entscheidungen getroffen und müssen jetzt korrigieren/nachlegen?

Doch wie sollen wir Unternehmer diese Erhöhung im Preisgefüge umsetzen? Das wird sehr schwierig! Bei unseren großen Kunden können wir sicher nur einen Teil durchsetzen. Und was passiert dann? Die Leistung unserer Glasreiniger wird erhöht, was zu Qualitätseinbußen, Kunden-unzufriedenheit und gesundheitlicher Belastung der Mitarbeiter führt.

Lag der Lohnunterschied zwischen den neuen und den alten Bundesländern bisher bei 25,89%, so hat er sich durch diese Tariferhöhung sage und schreibe auf 19,59% reduziert – und das 24 Jahre nach der Wieder-vereinigung! Wie lange soll es noch dauern, bis die Angleichung der Glasreinigungstarife erfolgt ist? Weitere 10 Jahre, oder vielleicht noch mehr? Hierzu gibt es keine Aussage.

Für den Nicht-So-Eingeweihten: Der Glasreiniger in Babelberg bekommt ab dem 01.01.14 immer noch 2,02 € pro Stunde weniger als sein Kollege zwei Kilometer weiter in Berlin-Zehlendorf.  Nicht wirklich nochvollziehbar, oder?

Glauben die Tarifparteien wirklich, dass der Potsdamer Glasreiniger, wenn er nach Berlin rein fährt, den Berliner Tarif bezahlt? Das passiert in der Praxis ja nur in wenigen, sehr wenigen Fällen. Mit dieser Ungerechtigkeit müssen die Berliner Glasreinigungsunternehmen nun wohl noch lange leben. Aber es scheint ja fast gewollt, dass dieser Tarifunterschied – und damit der deutliche wirtschaftliche Angebotsvorteil der randnahen Glasreinigungsbetriebe – weiterexistiert.

Hätte man den Tarif der alten Bundesländer für 2014 eingefroren und nur den Tarif er neuen Bundesländer erhöht, wäre die Schere zwischen Ost und West auf 9,89% zusammengeschrumpft. Das wäre aus meiner Sicht die richtige Entscheidung für die Branche gewesen!

Die Tarifparteien haben hier völlig versagt, keine zukunftsweisenden Entscheidungen getroffen und der Branche – und damit den Unternehmern und Ihren Mitarbeitern – aus meiner Sicht schweren Schaden zugefügt.

Ich freue mich auf Ihre/Eure Kommentare!

Berlin, 22.11.13                   Karl Wachenfeld – KlarOs®

Heute ist der internationale Tag der Putzfrau – feiert den denn auch die Glasreinigung?

Geehrte werden sollen die 600.000 bis eine Millionen Personen, die in der Reinigungsbranche tätig sind. Dazu gehören alle Gruppen, die reinigen, also auch die Glasreiniger / Fensterputzer. Ausgegrenzt werden sollten an dieser Stelle auch nicht diejenigen, die sich mit der Reinigung in Privathaushalten oder der Fensterreinigung bei Bekannten und Verwandten steuerfrei über Wasser halten.  In Berlin liegt die Zahl der Reinigungskräfte bei 37 500, ich gehe aber davon aus, dass sie sich eher bei 50 000 bewegt. Wird in vielen Branchen heftig über den Mindestlohn gestritten, so liegt hier der niedrigste Lohn bei 9 Euro im ‚Westen’. Lediglich der ‚Osten’ hat hier mit 7,56 € noch deutlichen Nachholbedarf.

Der Lohn scheint also nicht das Hauptproblem der Branche zu sein. Vielmehr ist es das Image, das der Branche anhaftet. Und da tut die Branche selbst und auch die Gebäudeinnung seinen Teil dazu!

  • Unqualifizierte Kräfte werden oft ohne große Einarbeitung eingesetzt
  • Gelernte Glasreiniger und Gebäudereiniger werden nach ihrer Ausbildung vom Unternehmen nicht übernommen
  • Es gibt keine Schlechtwettergeldregelung für Glasreiniger / Fensterputzer, denen im Januar und Februar wetterbedingt die Aufträge fehlen
  • Man freut sich in der Branche schon, wenn Arbeitsplätze besetzt sind; feste Einstellungskriterien fehlen oft
  • Es wird eine große Zahl von Gebäudereinigern ausgebildet, ohne ihnen eine wirkliche Berufs- und Zukunftsperspektive in der Branche anbieten zu können
  • Unternehmer und leitende Angestellte äußern sich in inakzeptabler Weise über die eigenen Mitarbeiter-/innen.

Aber ich möchte nicht nur meckern und z.B. auf die schimpfen, die lieber ausschlafen und nicht um 5 Uhr die Arbeit aufnehmen. Nein, meine Anerkennung gilt jedem in der Branche,

  • der sich früh am morgen in den Nachtbus setzt und um 5 Uhr an seinem Arbeitsplatz ist
  • der für eineinhalb Stunden Arbeit einen Fahrtweg (hin und zurück) von eineinhalb Stunden auf sich nimmt
  • der allen Verlockungen, egal ob im Privathaushalt oder im Krankenhaus, widersteht und noch nie etwas eingesteckt hat – und das sind nach meiner Kenntnis 99,9% der Reinigungskräfte
  • der nach anstrengenden 8 Stunden noch 4 Stunden draufsetzt, damit die Baureinigung abgeschlossen ist und der Kunde einziehen kann
  • der dem hohen Leistungsdruck z.B. in der Hotelzimmerreinigung standhält und nicht am zweiten Tag die Flinte ins Korn wirft

Der internationale Tag der Putzfrau / Reinigungskräfte soll auf diese Branche aufmerksam machen, von der wir fast alle – und viele täglich – profitieren und die in vielen Fällen im Verborgenen ihre Arbeit tun, deren Leistung wir als Kunden erwarten, aber oft zu wenig schätzen und anerkennen.

Auch unsere Glasreiniger freuen sich über ein Lob, mal eine Tasse Kaffee, ein Dankeschön bei der Verabschiedung. Ich freue mich immer, wenn unsere Kunden sich positiv über unsere Mitarbeiter äußern und gebe diese Information dann gerne  an unsere Glasreiniger weiter.

Berlin, 08.11.13       Karl Wachenfeld – KlarOs®

Berliner Fensterreiniger reinigt Fenster im Land Brandenburg

Über eine Berliner Hausverwaltung bekamen wir in Werder/Havel einen Auftrag für die Glasreinigung von verglasten Treppenhäusern. Der Auftrag war nicht leicht durchzuführen, da auch die verglasten Dächer auf ca. 9 Meter Höhe zu reinigen waren und es viele feststehende Glaselemente gab.

Warum haben wir Berliner Glasreinigungsunternehmen eigentlich den Auftrag in Brandenburg bekommen? Weiß doch jeder in der Branche, dass die Glasreinigerlöhne im Land Brandenburg um über 20% niedriger sind und dementsprechend die Angebote der Ortseinsässigen normalerweise deutlich günstiger sein können? Ich glaube, dass das Objekt für den normalen Glasreiniger zu kompliziert war und unsere speziellen Techniken die Lohnkosten verringert haben. Über 20 %, das ist viel, das schafft man allerdings nicht oft! 

Entsprechend war die Reaktion vor Ort:

Wir fuhren mit unsrem KlarOs-Autos in die Wohnsiedlung und packten aus, da kam ein Mann mit einem Wischgestell unter dem Arm – also irgendwo ein Kollege – auf uns zu und sagte: „So, so, Ihr kommt aus Berlin – und reinigt hier unsere Fenster….?!“  Und damit drückte er ohne weitere Worte aus, dass ihm das nicht gefiel. Meine prompte Antwort war deshalb: „Ja, ja, der Weg von Berlin nach Werder ist ja genauso weit wie der Weg von Werder nach Berlin!“  Ob er ver-standen hat, was ich damit sagten wollte? Ich bin mir nicht sicher:

Müssen wir als Berliner nicht oft genug zähneknirschend akzeptieren, dass der Lohnvorteil von den Brandenburgern genutzt wird, obwohl sie eigentlich in Berlin 11.33 € bezahlen müssten? Aber da halten sich sicher nur wenige Glasreinigungsunternehmen dran. Der Weg zur Arbeit nach Berlin ist normal, der Weg des Glasreinigers von Berlin nach Werder jedoch nicht.

Der Tarifunterschied zwischen Ost und West ist eine große Ungerechtigkeit. Leider halten auch die Innungsmitglieder in Brandenburg – das musste ich schon vor Jahren persönlich erfahren – aus besagten wirtschaftlichen Gründen sehr gern daran fest.

Karl Wachenfeld – ich arbeitete mehrere Jahre in Potsdam und Bielefeld, die meiste Zeit aber in Berlin.

Tarifverhandlungen in der Gebäudereinigung: Chance oder Frust?

Die in den Foren geäußerten Meinungen sind sehr vielfältig:

„..vielleicht kommt ja etwas in Bewegung?“
„…abgeschlossene Tarifverträge werden ja sowieso in der Praxis unterlaufen.“
„…für mich als Glasreiniger ist es in den letzten 30 Jahren immer schlechter geworden.“

Aus meiner Sicht kann die Tarifvereinbarung Ungerechtigkeiten und Perspektivlosigkeit nicht wirklich lösen. Die Branche hat Probleme, die tiefer sitzen und weder von der Innung noch von der Gewerkschaft – unseren beiden Vertragspartnern – angegangen werden.

Ein paar Beobachtungen, die ich in den vielen Jahre gemacht habe:

In Berlin werden jährlich 180 Gebäudereiniger ausgebildet. Ist das Fachkräftemangel? Doch wo bleiben die Junggesellen? Sie werden zum großen Teil vom Ausbildungs-betrieb entlassen, finden keinen Job in der Glasreinigung und wollen verständlicher-weise keinen Teilzeitvertrag in der  Unterhaltsreinigung annehmen. Da die Branche ihnen keine Perspektive bietet, satteln sie um oder schlagen sich als 1-Mann-Glasreinigerbetrieb durch.

Große Firmen stellen viele Azubis ein und ernten dafür Lob von allen Seiten. Doch viele Azubis werden gezielt und intensiv in der Glasreinigung eingesetzt, wodurch aus meiner Sicht die Tarife unterwandert werden. Ist die Ausbildung abgeschossen werden die neuen Billigkräfte = Azubis eingestellt. Dieser Vorgang steht dann nicht mehr in der Zeitung. Eine Statistik hierüber gibt es nicht.

Finanziell interessant für die Gesellen ist in der Gebäudereinigung eigentlich nur die Arbeit in der Glasreinigung. Doch meist werden nur 1-Jahres-Verträge abgeschlossen oder die Kündigung erfolgt kurz vor Weihnachten. Neuer Arbeitsvertrag beim neuen Arbeitgeber im März; das geht so lange, bis man zu alt für den Markt ist. Und dann?

Auch ich arbeite mit Subunternehmern. Doch das System wird nicht selten genutzt, um Tarife zu unterwandern! Generalunternehmer geben Aufträge mit 65% an Subs ab – und die freuen sich, dass Sie einen großen Auftrag annehmen. Eine genaue Nachkalkulation würde hier so manchem die Augen öffnen.

Lohnpauschalen sind nicht immer nur zum Vorteil der Mitarbeiter, auch hier wird der Tarif zum Teil ausgehebelt.  Klare Leistungsvorgabe, definiertes Zeitfenster – und was, wenn die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter nicht fertig wird?

Als ungerecht empfinde ich die Ost-West-Tarifregelung. Dies spüren wir insbesondere in Berlin, wo die Firmen aus dem Speckgürtel mit ihren günstigeren Tarifen einfallen und entsprechend günstiger anbieten können. Klar, dass sie eigentlich den Westtarif bezahlen müssten….

Die Liste kann von vielen, die in der Branche sind und mit offenen Augen durch die Welt gehen, problemlos deutlich erweitert werden. Vertrauen auf die offiziellen Vertreter habe ich – ehrlich gesagt – nicht!

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen! Karl Wachenfeld

Fensterreinigung / Glasreinigung in Berlin: Die Branche

Ich war fast 20 Jahre in der Gebäudereinigung tätig, bevor ich hinter die Geheimnisse der Glasreinigungsbranche kam. Was für Geheimnisse gibt es den da zu lüften?

Fragen hatte ich schon immer viele zu der Branche:

Warum gibt es so viele ‚Heimatlose‘ in dieser Branche?
Wie kommen die vielen Einmann-Unternehmer wirtschaftlich klar?
Warum ist es so schwer, gute und zuverlässige Glasreiniger zu finden?
Was machen die Fensterputzer im Winter?
Bleiben die 180 Gesellen, die jedes Jahr in Berlin die Prüfung machen, in der Branche?

Heute meine ich zu wissen, wie die Branche aufgestellt ist: Es gibt…

  • große Glasreinigerabteilungen in großen Gebäudereinigungsunternehmen
  • einzelne Glasreiniger in kleineren oder mittelgroßen Unternehmen
  • reine Glasreinigerbetriebe, die sich einen eigenen Kundenkreis aufgebaut haben
  • reine Glasreinigerbetriebe, die hauptsächlich als Subunternehmer für die Großen der Branche arbeiten
  • die Ein-Mann-Unternehmen mit Leiter, Eimer, Einwascher, Abzieher und Leder

Der Markt ist sauber aufgeteilt:

Große Glasreinigerabteilungen (Gruppe 1) bekommen – oft über öffentliche Aufträge – große Glasreinigungsaufträge, die sie selbst oder mit Hilfe von Subunternehmen (Gruppe 4) bewältigen.

Die kleineren oder mittelgroßen Unternehmen (Gruppe 2) reinigen das Glas ihrer Unterhaltskunden und verhindern damit, dass die Konkurrenz ins Haus kommt.

Die Anzahl der reinen Glasreinigerbetriebe (Gruppe 3) mit eigenem Vertrieb können Sie in Berlin an einer Hand abzählen.

Die Zahl der Ein-Mann-Betriebe (Gruppe 5) ist sehr groß, jedoch nicht organisiert – sie schlägt sich ‚besser oder schlechter’ durch und lebt hauptsächlich von Privatkunden, die bar bezahlen.

Was heißt das für den Markt?

  • Die großen Glasaufträge werden nach ein paar Jahren weitergereicht.
  • Es fehlen spezialisierte, fachkompetente Glasreinigerbetriebe mit einem breiten Einsatzspektrum vom Industriekletterer über den Stangeneinsatz bis hin zur klassischen Glasreinigung.
  • Subunternehmer bleiben Subunternehmer und werden wirtschaftlich stark gedrückt.
  • Die Gruppe der Ein-Mann-Betriebe bewegt sich wirtschaftlich in der Grauzone.

Fazit: Eine scheinbar wohlgeordnete Branche ohne Fortune!