Selbstaendig machen in der Glasreinigung – unterschiedliche Voraussetzungen (2)

Es gibt ja die unterschiedlichen Voraussetzungen, wenn man sich in der Glasreinigung / Fensterreinigung selbständig macht:

  • Der praxiserprobte Glasreiniger meldet ein Gewerbe an
  • Der leitende Angestellte aus der Gebäudereinigung macht sich selbständig
  • Der Branchenfremde möchte sich mit der Fensterreinigung selbständig machen

Heute beschäftige ich mit dem leitenden Angestellten aus der Gebäudereinigung. Nächste Woche kommt der ‘Betriebsfremde’ dran.

Der Leitende Angestellte aus der Gebäudereinigung: Diese Erfahrung habe ich mit meinem Unternehmen KlarOs Dienstleistungs-GmbH machen können.

Wenn Sie selbst nicht Fenster reinigen/können, brauchen Sie Fachpersonal, das diese Arbeiten übernimmt. Hier sollten Sie vielleicht mit Subunternehmern oder mit geringfügig Beschäftigten anfangen. Kleine Verträge können jederzeit erweitert werden.

Sicherlich können Sie organisieren, vielleicht verkaufen, aber das Fachwissen im Detail fehlt. Hier macht es Sinn am Anfang ganz nah bei den Aufträgen zu sein und zu lernen. Man muss im Detail wissen, um was es geht, sonst kann man nicht verkaufen, der Preis stimmt nicht, es gibt viele Reklamationen, usw.

Das Problem an dieser Konstellation ist, dass man schnell einen Umsatz haben muss, der den ‚unproduktiven’ Chef miternährt.

Meine Empfehlung: Die Leistungspalette nicht zu groß machen, sonst kommt man – da das konkrete Know-how fehlt – schnell in Teufels Küche und erhöht das Risiko. Konzentriert man sich auf die Glasreinigung (oder eine andere Teilleistung), ist das sicher leichter. Aber da kommt dann noch der Winter, in dem der Unsatz gegen Null geht.

Ich habe mich durch dieses Nadelöhr in dem eng umkämpften Berliner Markt relativ schnell durchgekämpft. Haben Sie Fragen an mich? Dann zögern Sie nicht mir zu schreiben.

Karl Wachenfeld – KlarOs®

Selbstaendig machen in der Glasreinigung – unterschiedliche Voraussetzungen (1)

Es gibt ja die unterschiedlichen Voraussetzungen, wenn man sich in der Glasreinigung / Fensterreinigung selbständig macht:

  • Der praxiserprobte Glasreiniger meldet ein Gewerbe an
  • Der leitende Angestellte aus der Gebäudereinigung macht sich selbständig
  • Der Branchenfremde möchte sich mit der Fensterreinigung selbständig machen

Heute beschäftige ich mit dem Mann aus der Praxis. Nächste Woche kommt der
leitende Angestellte dran.

Der praxiserprobte Glasreiniger:

Auf der einen Seite hat er es am Anfang vielleicht am leichtesten. Er hat sicher parallel zu seinem Arbeitsverhältnis sich schon einen kleinen Kundenkreis aufgebaut, für den er offiziell oder inoffiziell arbeitet. Wenn er noch kein Gewerbe angemeldet hat macht er das als erstes. Die bisherigen Kunden weiter zu betreuen ist kein Problem, aber das ist nicht der Umsatz, den er braucht, um zu recht zu kommen. Also, wo kommen die Kunden her? Diese Hürde ist neu und nicht ganz so leicht. Ein einfacher Weg ist es sich Flyer zu drucken und diese zu Verteilen. Langsam spricht es sich herum, dass man sich auf Sie verlassen kann und Sie Ihren Job machen. So fragt der eine Kunde, ob Sie auch die regelmäßige Gebäudereinigung machen, auch den Rasen mähen, usw. Schnell sind Sie ein Allrounder und bieten alles an, was Sie machen können. Schön sind am Anfang sicher auch die Unterhaltseinigungsobjekte, denn die spülen regelmäßig/monatlich Geld in die Kasse.

Vorsicht:
Ihre Einnahmen sind nicht das Geld, was Sie verdient haben. Das Finanzamt steht sofort auf der Matte und will seine Steuern.
Vorsicht: Versuchen Sie nicht alles zu machen. Da fehlt schon mal das Know-How, auch braucht man für neue Leistungen neue Geräte und die Kosten (z.B. Rasenmäher).
Vorsicht: Unterschätzen Sie die Büroarbeit nicht. Am besten man gibt das ab, dann gehen auch die Rechnungen pünktlich raus.
Vorsicht:
nicht zu niedrig mit den Preisen sein, die Nebenkosten sind nicht zu unterschätzen.

Gehören Sie zu dieser Gruppe und möchten sich hierzu mit mir austauschen, freue ich mich sehr darüber. Jede Frage, jeder Kommentar ist erlaubt.

Berlin, 19.04.13       Karl Wachenfeld

Glasreiniger / Fensterreiniger gesucht!

Für diese Saison mussten wir wieder einen Glasreiniger neu einstellen. Doch so leicht war das gar nicht!

Wie sind wir vorgegangen, was haben wir erlebt?

Zunächst haben wir den klassischen Weg eingeschlagen und der Jobagentur gemeldet, dass wir eine offene Stelle für einen Glasreiniger besetzen möchten. Voraussetzungen: Gesellenprüfung, Lernbereitschaft, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit für Arbeiten in der Glasreinigung / Fensterreinigung und in der Aufzugreinigung /Fahrstuhlreinigung (unserem Spezialgebiet). Schnell kam die Information von ca. 10 Kandidaten, mit denen die Jobagentur Kontakt aufgenommen hatte und sie aufgefordert hatte, sich direkt bei uns per Email info@klaros-gmbh.de zu bewerben. Im Laufe Woche kamen drei Bewerbungen: eine passe wirklich nicht zum Profil, bei der Zweiten merkte ich im Telefongespräch, dass er zwar arbeitslos gemeldet ist, aber – wie auch immer – noch im Betrieb seines Vaters mitarbeitete. Ich bot ihm einen Gesprächstermin an, aber als ich merkte, dass die Terminsuche für Ihn sich sehr schwer gestaltete wusste ich, dass er kein Interesse an einem neuen Job hatte. Den dritten lud ich zu einem Bewerbungsgespräch ein, doch leider kam er nicht und war für mich ab diesem Zeitpunkt auch telefonisch nicht mehr erreichbar.

Was ich schade finde ist, dass das Arbeitsamt an dieser Stelle nicht bei uns als Arbeitgeber gezielt nachhakt und auf Antwort dringt, um entsprechende Konsequenzen für diesen Arbeitslosentyp festzulegen. Es scheint leichter zu sein, die Suppe weiter lauwarm zu halten, regelmäßig das Arbeitslosengeld einzukassieren und nebenbei – bei uns in der Branche typisch – sich was zusätzlich zu verdienen.

Der zweite Weg war – aus meiner Sicht – erfolgreicher: Wir haben eine Anzeige in die Ebay Kleinanzeigen gesetzt. Kosten nichts, sind gleich im Netz und man spricht damit diejenigen an, das eher Arbeit suchen. Da kamen einige Rückmeldungen – und auch der Kandidat, den wir dann endgültig einstellten.

Eine dritte Möglichkeit würde ich vielleicht beim nächsten Mal nutzen: Eine kleine Magnetwerbetafel mit dem Hinweis ‚Glasreiniger gesucht: 030 89784373’ kostet vielleicht 30 € und kann problemlos am Firmenauto angebracht und schnell wieder abgemacht werden.

Dieses oben beschriebene Verhalten ist typisch für viele Glasreiniger /Fensterputzer: Hohe Wünsche, geringer Antrieb, keine Verantwortung übernehmen, Suche nach dem leichteren Weg, Unterstützung vom Arbeitsamt, Zuverdienst nebenbei! Das ist wirklich keine gesunde Situation für die Kandidaten und sicher auch nicht gut für den Staatssäckl, den wir als Unternehmer ja nun schon kräftig füttern müssen. Bitte verstehen Sie mich nicht verkehrt, ich will nicht gegen die Glaseiniger wettern, wir haben diese Situation durch eine verkehrte Tarifpolitik, Arbeitslosenpolitik, usw. mit verursacht.

Sind Sie ähnlicher oder anderer Meinung – ich freue mich auf Ihre Rückmeldung!

Ich wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende, hier in Berlin soll es am Sonntag endlich etwas wärmer werden.

Karl Wachenfeld

Ich bin 62 Jahre – wie soll eine Firmenübergabe aussehen?

Als ich 56 Jahre war habe ich gemeinsam mit meiner Frau die Glasreinigungsfirma ‚KlarOs Dienstleistungs-GmbH’ hier in Berlin gegründet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ging es steil bergauf, so dass wir im letzten Jahr einen Umsatz von 230 Tausend € gemacht haben, und das ausschließlich in unserem Spezialgebiet der ‚Glas- und Aufzugreinigung’, ergänzt durch einen Kunden in der Reinraumreinigung.

Heute, mit 62 Jahren, guckt man sich um und stellt fest, dass einige gleichaltrige Bekannte und Freunde kurz vor der Rente/Pensionierung stehen oder zum Teil schon nicht mehr arbeiten – doch wie sieht das bei mir aus?

Ich werde das Unternehmen weiterhin wie bisher bis zu meinem 65sten Lebensjahr intensiv und aktiv voranbringen, doch dann möchte ich einen Schritt zurücktreten und noch ein paar Jahre / solange ich fit bin; meiner Lieblingsbeschäftigung, der strategischen Unternehmensausrichtung, dem Verkauf unserer Leistung,  der Angebotserstellung und der Kundenbetreuung nachgehen. Der operative Unternehmensteil (Arbeitsablauf, Planung, Materialeinsatz, -kontrolle, Stunden-vorgabe, usw.) muss dann komplett ohne mich laufen.

Doch wer soll diese Aufgabe übernehmen? Gibt es in den Reihen meiner Glasreiniger jemanden, dem ich das zutraue? Könnte das vielleicht ein Subunternehmer, mit dem ich schon lange zusammen arbeite, übernehmen? Soll ich mir jemanden Neues ins Unternehmen holen, den ich in den nächsten Jahren für eine Unternehmensübernahme aufbaue? Oder muss ich einen dicken Strich unter meine bisherige Selbständigkeit machen und das Unternehmen verkaufen?

Das Ziel ist klar, der Weg noch nicht – mal sehen, manchmal hilft einem ja der Zufall. Die Suche nach einer Veränderung hat mal wieder begonnen.

Karl Wachenfeld – Berlin