Fensterreinigung / Glasreinigung in Berlin: Die Branche

Ich war fast 20 Jahre in der Gebäudereinigung tätig, bevor ich hinter die Geheimnisse der Glasreinigungsbranche kam. Was für Geheimnisse gibt es den da zu lüften?

Fragen hatte ich schon immer viele zu der Branche:

Warum gibt es so viele ‘Heimatlose’ in dieser Branche?
Wie kommen die vielen Einmann-Unternehmer wirtschaftlich klar?
Warum ist es so schwer, gute und zuverlässige Glasreiniger zu finden?
Was machen die Fensterputzer im Winter?
Bleiben die 180 Gesellen, die jedes Jahr in Berlin die Prüfung machen, in der Branche?

Heute meine ich zu wissen, wie die Branche aufgestellt ist: Es gibt…

  • große Glasreinigerabteilungen in großen Gebäudereinigungsunternehmen
  • einzelne Glasreiniger in kleineren oder mittelgroßen Unternehmen
  • reine Glasreinigerbetriebe, die sich einen eigenen Kundenkreis aufgebaut haben
  • reine Glasreinigerbetriebe, die hauptsächlich als Subunternehmer für die Großen der Branche arbeiten
  • die Ein-Mann-Unternehmen mit Leiter, Eimer, Einwascher, Abzieher und Leder

Der Markt ist sauber aufgeteilt:

Große Glasreinigerabteilungen (Gruppe 1) bekommen – oft über öffentliche Aufträge – große Glasreinigungsaufträge, die sie selbst oder mit Hilfe von Subunternehmen (Gruppe 4) bewältigen.

Die kleineren oder mittelgroßen Unternehmen (Gruppe 2) reinigen das Glas ihrer Unterhaltskunden und verhindern damit, dass die Konkurrenz ins Haus kommt.

Die Anzahl der reinen Glasreinigerbetriebe (Gruppe 3) mit eigenem Vertrieb können Sie in Berlin an einer Hand abzählen.

Die Zahl der Ein-Mann-Betriebe (Gruppe 5) ist sehr groß, jedoch nicht organisiert – sie schlägt sich ‚besser oder schlechter’ durch und lebt hauptsächlich von Privatkunden, die bar bezahlen.

Was heißt das für den Markt?

  • Die großen Glasaufträge werden nach ein paar Jahren weitergereicht.
  • Es fehlen spezialisierte, fachkompetente Glasreinigerbetriebe mit einem breiten Einsatzspektrum vom Industriekletterer über den Stangeneinsatz bis hin zur klassischen Glasreinigung.
  • Subunternehmer bleiben Subunternehmer und werden wirtschaftlich stark gedrückt.
  • Die Gruppe der Ein-Mann-Betriebe bewegt sich wirtschaftlich in der Grauzone.

Fazit: Eine scheinbar wohlgeordnete Branche ohne Fortune!

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