Heißt GRÖSSER immer BESSER?

Viele Glasreinigungsunternehmen streben nach mehr Umsatz und erhoffen sich damit höhere Gewinne. Aber ist das wirklich so? Was ändert sich, wenn das Unternehmen wächst?


Der Glasreiniger als Einmannbetrieb

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Was Sie als Glasreiniger erarbeiten verdienen sie selbst
Sie sind keinem Rechenschaft schuldig
Ihre Kunden haben großes Vertrauen zu Ihnen
Sie können Ihre Planung – auch Ihre Urlaubsplanung – so gestalten, wie Sie es wünschen
Sie können von zu Hause aus arbeiten
Sie haben keine Personalprobleme
Sie können die Preise selbst gestalten
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Sie sind für Ihre Rechnungsführung selbst verantwortlich
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Sie müssen Ihre Büroaufgaben selbst erledigen
Sie müssen Ihre Kunden selbst finden
Sie haben keine regelmäßigen Arbeitszeiten
Problematisch, wenn Sie ausfallen
Sie haben eine hohe köprerliche Belastung, speziell im Alter


Der Glasreinigungsunternehmen mit 4 gewerblichen Mitarbeitern

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Ihre Glasreiniger verdienen das Geld
Sie können die Buchhaltung an den Steuerberater übergeben
Wenn Sie einen geeigneten Büroraum und einen kleinen Lagerraum haben können Sie von zu Hause aus arbeiten.
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Sie sind komplett in die Büroorganisation (Angebotserstellung, Personalplanung, Einsatzplan, Lohnabrechnung, Rechnungswesen, Controlling, usw.)  eingebunden
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Ihre Urlaubsplanung ist schwierig, da Ihr Geschäft Sie täglich fordert
Sie müssen sich um Neukunden/Aufträge bemühen


Der Glasreinigungsunternehmen ab 6 gewerblichen Mitarbeitern

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Sie haben einen großen Umsatz. Man kennt Sie als Fachunternehmen.
Ist der Laden gut organisiert, macht das Unternehmen Gewinne
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Sie sind stark in den Vertrieb eingebunden
Sie brauchen mindestens eine feste Bürokraft, die täglich da ist
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Ihre festen Kosten steigen durch Lagerräume, Büropersonal, Autos, usw.
Die Personalprobleme häufen sich
Sie bieten Großaufträge an, die preislich stark umkämpft sind
Sie arbeiten als Subunternehmen und sind damit am Ende der Nahrungskette
Die unternehmerischen Risiken (persönlicher Ausfall, Schäden, usw.) wird größer

Diese Liste hat nicht den Anspruch vollständig zu sein. Sie sollte nur einige Vor- und Nachteile skizzieren.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie die +/- – Liste erweitern. Ich nehme Ihre weiteren Hinweise gern in die Liste auf.

Karl Wachenfeld – KlarOs

Der richtige Preis für mein Angebot

Wir Unternehmer stellen uns immer wieder die Frage, was der richtige Preis für unser Angebot ist. Der erfahrene Unternehmer hat dafür ein Gefühl und weiß, wann er spitz und wann er gut kalkulieren kann.

Doch was macht der Newcomer am Glasreinigermarkt? Sind 1.80 €/netto pro Quadratmeter zu viel – oder vielleicht zu wenig?


Die unterschiedlichen Kundengruppen:

Natürlich ist es unterschiedlich, mit welchem Kunden man zu tun hat. Bei der öffentlichen Ausschreibung gelten andere Kriterien. Hier zählt es, keine Formfehler zu begehen, die Kalkulation nach den Wünschen darzustellen, möglichst günstig zu sein, alle Anforderungen zu erfüllen (z.B. eine Versicherungssumme von 2 Millionen bei Sachschäden), und anderes mehr…..

Der kleinere oder mittelgroße Glasreinigerbetrieb muss sich und sein Unternehmen in allen Phasen der ersten Kontaktaufnahme bis zum Vertragsabschluss verkaufen. Das beginnen mit dem ersten Telefongespräch über die Besichtigung bis zum schriftliche Angebot.

Nicht wir, der Kunde bewertet den Preis, den Sie ihm anbieten. Und er bewertet nicht nur die Zahl, er bewertet viel mehr.


Der richtige Preis
setzt sich für den Kunden aus vielen Faktoren zusammen:

  • Kann das Unternehmen die abgefragte Leistung erbringen?
  • Hat es genug Fachkräfte, um die Aufgabe zu stemmen?
  • Wie weit sind die Anfahrtswege für das Unternehmen?
  • War das Besichtigungsgespräch angenehm? Kann ich dem Unternehmen vertrauen?
  • Haben im Angebotsschreiben alle meine wichtigen Punkte Berücksichtigung gefunden?
  • Ist die Kalkulation nachvollziehbar?
  • Hat mein Ansprechpartner die Termine eingehalten?
  • Sind die einzelnen Leistungen definiert oder gibt es ein Pauschalangebot?
  • Kommt die Anfrage über eine Empfehlung, aus dem Internet, durch eigene Werbung?
  • Hat das Unternehmen die Fläche exakt auf gemessen oder wurde sie über den Daumen kalkuliert?
  • Kann man mir sagen mit wie vielen Glasreinigern die Arbeiten durchgeführt und wie lange sie dauern werden?
  • Gibt es genügend Referenzen?
  • Hat man mich über den zeitlichen Vorlauf nach der Beauftragung informiert?
  • Werden Nachfragen als störend empfunden oder gern beantwortet?
  • Passen wir als Auftraggeber zu dem Auftragnehmer/dem Glasreinigungsunternehmen?
  • Hat das Unternehmen genug Erfahrung?
  • Ist das Unternehmen in dem Bereich spezialisiert?

Natürlich sollten Sie die Eckdaten der eigenen Kalkulation kennen. Ein Preis für die normale Fensterreinigung von 1,20 €/netto für Glas und Rahmen zweiseitig gereinigt ist einfach zu wenig – 3,00 €/netto hingeben zu viel.

Hier stellen sich für uns weitere Fragen, die den Preis beeinflussen:

  • Wie groß ist der Auftrag?
  • Wie stark ist die Verschmutzung?
  • Wie ist der Zustand der Rahmen?
  • Wie oft soll die Fensterreinigung im Jahr durchgeführt werden?
  • Soll zweiseitig oder vierseitig gereinigt werden?
  • Welche Besonderheiten sind zu berücksichtigen? Leiter, Stange, Hebebühne…
  • Sind die Fenster freigeräumt?
  • Wieviel Wert legt der Kunde auf die Reinigung der Fensterbretter außen oder die Falze?

Erfahrung hilft, das ist so! Machen Sie regelmäßig Nachkalkulationen: Wie viele Stunden hatte ich geplant? Sind wir in der Vorgabe geblieben?
Wenn Sie das machen merken Sie, wo Sie zu billig waren?
Wenn Sie den Auftrag nicht bekommen haben kann es sein, dass Sie zu teuer waren. Muss aber nicht der Grund sein – siehe oben!

Schärfen Sie das eigene Unternehmensprofil und kalkulieren Sie realistisch, dann sind Sie auf dem besten Weg.

 

Ihr Karl Wachenfeld – KlarOs

Wann kann man die Glasreiniger im Frühjahr wieder einstellen?

Dieses Jahr 2018 war ja alles auf den Kopf gestellt:

  • Die Karfreitag-Osterfeiertage begannen schon am 30.März
  • Der Monat März war noch richtig kalt und für den Glasreinigereinsatz grenzwertig.

Normalerweise stelle ich meine Glasreiniger gern wieder mit Ihrem alten Vertrag zum 01. März ein. Der Einsatzplan quillt dann noch nicht über, aber man ist froh, wenn man vor Ostern schon einiges abgearbeitet hat und es sich vor den Feiertagen nicht so sehr staut. Im Normalfall wollen insbesondere viele Privatkunden die Glasreinigung vor Ostern abgeschlossen haben und dann durch saubere Fenster gucken wollen.

Zumindest war das in den letzten Jahren so. Und in diesem Jahr lag Ostern ja schon so früh!!! Doch dieses Jahr war alles anders:

 Das Wetter war einfach zu grau und zu kalt und hat viele abgeschreckt die Glasreinigung schon im März in Auftrag zu geben.

Ich stellte meine Glasreiniger zum 01. März ein, aber täglich guckte man auf den Wetterbericht und versuchte die Aufträge zu koordinieren: Innenarbeiten an Tagen unter null Grad, gegen Mittag, wenn die Temperaturen stiegen die Stangenarbeiten mit entionisiertem Wasser. Das war nicht ganz so einfach.

Ich bin froh, dass wir diesen ‚besonderen‘ März 2018 überstanden haben und hoffe, dass es nun bald wärmer wird, die Kundenanfrage entsprechend steigt, ich die Aufträge wieder besser koordinieren kann, meine Glasreiniger voll ausgelastet sind und wieder ihr gutes Geld am Monatsende nach Hause bringen können. Schließlich ist der Januar und Februar für sie immer eine echte Durststrecke.

Ihr Karl Wachenfeld – KlarOs

Die Wartung von Unger-Maschinen ist im Raum Berlin-Brandenburg möglich!

Eine persönliche Sichtweise auf die Entwicklung

Schon im Jahr 2005 habe ich die erste festinstallierte Osmoseanlage bauen lassen. Damals hatte mich einer meiner Großkunden, der die Information über die ‚neue Art der Glasreinigung‘ aus England mitgebracht hatte, „gezwungen“, dieses innovative System einzuführen.

Rückblickend lächele ich über die Größe der Maschine, über das 100-Liter-Fass, in dem das entionisierte Wasser aufgesammelt wurde, über den Transport der 60-Liter-Fässer, über die selbstgebaute mobile Pumpe und über die Schraubstangen, bei denen der Schwerpunkt auf ‚Schraub!-Schraub!-Schraub!..‘ lag.

Soweit ich mich erinnere baute die Firma Lewi in Deutschland die ersten Entionisierungs-Maschinen. Hier wurde das Wasser über das Harz in den Patronen komplett gereinigt. Die Patronen waren relativ groß und somit nicht sehr gut für den Transport geeignet, das Harz musste zur Freude der Herstellerfirma nach kurzer Zeit – da schnell verbraucht/verschmutzt -ausgewechselt werden. Ein wirklicher Vorteil war, dass man das Gerät direkt vor Ort einsetzen konnte.

Unger fing dann erst zirka 2007 mit den ersten kleinen Anlagen an, entwickelte diese aber stetig weiter, baute bald Osmoseanlagen mit Ionentauscher und bot damit dem Glasreinigungsmarkt ein  teures, aber im Verbrauch wirtschaftliches System an. 

Unger erkannte schnell, dass die Schraubstangen nicht sehr praxisfreundlich waren und stieg bald auf wasserführende Teleskopstangen um. Lewi hielt lange an den Schraubstangen fest, bietet aber heute auch Teleskopstangen an.

Aktuell sind die Anlagen und Stangen nicht günstiger geworden, allerdings hatte die praktische Erfahrung der Glasreiniger in diesen Jahren großen Einfluss auf Handhabung und Größe.  

Damit kam auf die Hersteller von diesen Glasreinigungsgerätschaften und –maschinen ein neues Problem zu: Konnten die Firmen bisher Ihre Produkte ohne Einweisung, Betreuung und Wartung verkaufen, ging dies bei einem erklärungsbedürftiges Verfahren nicht. Die Verkäufer mussten Ihren Kunden die Produkte vor Ort vorstellen, mussten beraten und bald mussten die Maschinen auch repariert und gewartet werden.

Wie dies Lewi macht, kann ich leider nicht sagen. Von Unger weiß ich, dass Sie sich schwer tun, Wartungszentren in den großen Metropolen – also vor Ort für den Glasreiniger – aufzubauen.

Aus diesem Grund bin ich sehr froh, dass es mit Johann-A. Meyer www.meyer-berlin.com einen Händler in Berlin gibt, der mir nicht nur meine Glasreinigungsprodukte verkauft sondern auch seit Neuestem die Unger-Geräte wartet und mögliche Reparaturen durchführt – mussten wir darauf doch ein Jahrzehnt warten!

Ihr Karl Wachenfeld – ein Pionier des Systems.

Unger:                  https://www.ungerglobal.com/de/
Johann A. Meyer: http://www.meyer-berlin.com

 

 

 

 

Öffentliche Aufträge – nein danke!

 

Schon interessant zu sehen, dass bei den Handwerkern und Dienstleistern das Interesse an öffentlichen Aufträgen deutlich abgenommen hat.

Wie kommt das? Kennen wir doch bei den öffentlichen Aufträgen für die Glasreinigung die Situation, dass oft zwanzig Bewerber bei einer Besichtigung mitgingen. Also eine Chance 20:1. Entsprechend waren die Preise am untersten Ende, wusste man, dass im Normalfall nur der Billigste (Jakob) eine Chance hatte. Auf eine realistische Kalkulation wurde bei der Auswertung kein Wert gelegt, Subunternehmer wurden für die Aufträge fest eingeplant. In Zeiten, wo man um Aufträge kämpfen musste hat man es sogar auf sich genommen, das umfangreiche Regelwerk zu bearbeiten und damit oft eine erhebliche Zeit und damit Geld in den Sand gesetzt.

Der Auftraggeber saß bei der Ausschreibung auf dem hohen Ross – die Glasreinigungsunternehmen waren die Bittsteller.

Doch das hat sich mit dem Bau- und Beschäftigungsboom deutlich geändert: Da der Auftragsbestand boomt, sind die Aufträge auskömmlicher geworden, das Handwerkerehrenwort zählt wieder, der Handwerker kann sich seine Aufträge und Kunden eher aussuchen – was liegt es da näher als die unattraktiven öffentlichen Aufträge nicht zu bearbeiten oder überzogene Abwehrangebote abzugeben?

Selbst Schuld, liebe öffentliche Auftraggeber!

  • Reduzieren Sie Ihr Papierwerk auf das Wesentliche
  • Werten Sie nicht nur den Angebotspreis, sondern auch die Kompetenz und die Referenzen der Angebote
  • Haben Sie keine Angst, langfristig mit vertrauensvollen Unternehmen zusammen zu arbeiten
  • Seien Sie bereit gemeinsam mit Ihren Dienstleistern/ Handwerkern Auftragsanforderung zu optimieren.
  • Trennen Sie Glasreinigungsaufträge von Gebäudereinigungsaufträgen, um auch kleineren qualifizierten Glasreinigungsunternehmen eine Chance zu geben
  • Verlangen Sie realistische Versicherungsprämien
  • Unterstützen Sie Ihren Dienstleister bei der Durchführung seiner Arbeit (Schlüsselausgabe, Büsche schneiden, Wasser anstellen, Standflächen für unsere Einsatzwagen definieren, Plätze frei räumen, Fensterbretter abräumen lassen, u.a.)
  • Definieren Sie einen realistischen Jahresturnus
  • Sorgen Sie für zügige Bezahlung

Dann finden Sie Dienstleister, die gern, vertrauensvoll und langfristig mit Ihnen zusammen arbeiten.

In diesem Falle würde ich mich mit meiner Firma auch an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen J.

Ihr Karl Wachenfeld – KlarOs

Blick zurück ins KlarOs-Jahr 2017

Ich blicke zurück mit ganz unterschiedlichen Beobachtungen:

  • Die Arbeit konnte schon wieder Anfang März in vollem Umfang aufgenommen werden.
  • Die Auftragslage war durchweg gut, obwohl es im Frühjahr und Herbst sehr eng war.
  • Die Entscheidung, Kleinstkunden abzugeben und ein Mindestauftragsvolumen von 100 € für Privatkunden (klassische Glasreinigung) festzulegen, war richtig.
  • Die Kundenanfragen konnten durchweg schnell beantwortet werden.
  • Die von den Mitarbeiter geschriebenen Arbeitszeiten müssen immer wieder überprüft werden.
  • Wir konnten, da das Wetter mitspielte, bis zum Jahresende voll durcharbeiten.
  • Fast alle Auftragsarbeiten konnten bis Jahresende pünktlich abgeschlossen werden.
  • Einmalaufträge sollten wieder schwerpunktmäßig im Juli und August durchgeführt werden.
  • Alle regelmäßigen Großaufträge fürs Jahr müssen früh genug geplant werden!
  • Die Entscheidung, die Betriebsferien in die saure Gurkenzeit (September) zu legen, war richtig.
  • Einige kleinere und auch größere Bauglasreinigungen musste ich an meine Kollegen abgeben.
  • Auch Grund- und Unterhaltsreinigungen von Schwimmbädern wurden nicht mehr durchgeführt.
  • Der Kundenstamm konnte – darüber sind wir sehr froh – gehalten und stabilisiert werden.
  • Eine beträchtliche Zahl von Neuaufträge wurde erfolgreich durchgeführt.
  • Großer Umsatzzuwachs ist keine Zielsetzung. Lieber mit einem erfahrenen Team die ausstehenden Arbeiten gut und zur Zufriedenheit der Kunden bearbeiten.
  • Die Konzentration und Spezialisierung auf die Glasreinigung und die Aufzugreinigung ist richtig!

 Mein Fazit für 2018: Den Leistungsumfang weiter anpassen, das Team stärken, die Verwaltung optimieren.

Ihr Karl Wachenfeld

Kontrolle ist wichtig, auch für den kleinen Glasreinigungsbetrieb

Wir sind gern selbständig, arbeiten viel und freuen uns über jeden neuen Kunden.

Doch dann ist diese dicke Zahlungsanweisung vom Finanzamt im Briefkasten und wir wissen nicht, wo wir das Geld hernehmen sollen. Oder der Winter ist länger und kälter als gedacht und es kommt kein Geld rein, die monatlichen Zahlungen stehen aber an…

Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass man sich automatisch meist auf das konzentriert, was man gern macht, aber die unangenehmen Dinge sehr schnell wegschiebt oder vernachlässigt.

Hierzu gehören oft

  • die Vernachlässigung gezielter Verkaufsaktivitäten
  • die Unterlagen, Schnellhefter und Rechnungen schnell abzulegen
  • die Rechnung gleich nach der Leistungserbringung zu erstellen

und nicht zuletzt

  • die Wirtschaftlichkeit unseres Unternehmen regelmäßig zu kontrollieren

Fangen wir mal mit der Kontrolle der Wirtschaftlichkeit es Unternehmens an:

 

Die Wirtschaftlichkeit eines Auftrags prüfen

Nein, eigentlich ist das kein Hexenwerk. Man sollte es nur nicht zu kompliziert machen. Starten wir einfach.

Sie könnten z.B.

  • den Umsatz eines einzelnen Kleinauftrags durch die eingesetzten Arbeitsstunden teilen und den errechneten Stundenverrechnungssatz (SVS) für sich bewerten:

Der aktuelle Lohn für die Glasreiniger liegt (2017) bei 13,25 €.
Bei 19 € SVS haben Sie nichts verdient.
Ein kleiner Gewinn liegt bei 22,50 €.
Bei 27,50 € haben Sie alles richtig gemacht und nicht nur Geld gewechselt.

  • Fast perfekt sind Sie, wenn Sie dieses System auf den Monat hochrechnen und die monatlichen Gesamtumsätze durch die Gesamtstunden teilen und das Ergebnis bewerten.
  • Als Kontrollprofi können Sie sich bezeichnen, wenn eine digitales Kontrollsystem (z.B. über eine einfache Exceldatei) haben, das Ihnen am Monatsende auf Knopfdruck sagen kann

    – wie hoch der erarbeitete Monatsumsatz ist
    – was Sie an Lohn bezahlt haben
    – wieviel Fahrkosten angefallen sind
    – wie der Lohnanteil (Lohnkosten/erarbeiteter Umsatz x %) ist
    – wie groß die Abweichung vom Ziel ist.

    An dieser Stelle ist es von Vorteil zu wissen, wie hoch ein Lohnanteil (bezogen auf den Umsatz) sein sollte. Hier ganz grob eine Orientierung: Lohnanteil 40% = gut; 50% = noch ok; 60% inakzeptabel

Schließen Sie aus den Ergebnissen Ihrer Kontrolle die richtigen Schlüsse: Korrigieren Sie bei unzureichendem Ergebnis Ihren Stundenverrechnungssatz nach oben oder setzen Sie die Stundenleistung der Mitarbeiter bei Ihrer Angebotserstellung niedriger oder schaffen Sie bessere Bedingungen (Geräte, Maschinen, Hilfsmittel), dass eine höhere Flächenleistung möglich is….

Wir Unternehmer müssen an den wichtigen Stellschrauben drehen, nur viel Einsatz und Arbeiten führt nicht zum gewünschten Ergebnis. Die Zahlenkontrolle jedoch hilft oft!!!!

Ihr Karl Wachenfeld – KlarOs

 

 

 

Glasreinigung – wie kann man die Stunden der Glasreiniger kontrollieren?

Ein immer wiederkehrendes Thema: Die Glasreiniger sind oft allein oder zu zweit auf der Tour und bedienen mehrere Kunden am Tag. Ganz klar, dass wir die Arbeitszeit und die Fahrzeiten zwischen den Objekten bezahlen – aber bitte nicht mehr. Wie aber kann man das sicherstellen?

Stundenkürzungen durch den Chef

Nun gibt es die verschiedenen Methoden, hier Kontrolle auszuüben – aber oft werden die Stunden vom Chef auch mit der Begründung gestrichen, dass die Arbeit zu lange gedauert hat oder das Objekt nicht die einsetzten Stunden hergibt. Dieser Weg ist sicher illegal und für einen korrekten Chef inakzeptabel!

Stundenvorgabe für die Glasreiniger

Eine Methode ist die, genaue Stundenvorgaben zu machen. Das ist natürlich nur dann möglich, wenn das Objekt von einem Fachmann besichtigt wurde und man sicher sein kann, dass die Vorgabe stimmt. Doch oft kommt es anders als man denkt.

• Der Kunde ist aus seinem Reinigungsrhythmus gefallen und lässt die Glasreinigung drei Monate später durchführen.
• Die Sonne brennt auf die Fensterflächen und die Reinigungsflotte trocknet uns in kurzer Zeit weg.
• Der Kollege ist heute nicht gut drauf und kommt einfach nicht in die Pötte.
• Die Arbeitstechnik muss umgestellt werden – dadurch dauert es einfach länger.
• Die Arbeit ist in der Zeit geschafft, aber die Qualität stellt den Kunden nicht zufrieden.
• Der Geselle ist mit dem Azubi unterwegs und braucht einfach mehr Zeit……

Kontrolle der Arbeits- und Fahrzeiten durch elektronische Fahrtenbücher

Gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, elektronische Fahrtenbücher, z.B. das www.Bury.com , in die Firmenwagen einzubauen. So kann man nach Auslesen genau sehen, wann der Mitarbeiter im Objekt begonnen hat, wie lange er dort war, wie lange er zum nächsten Objekt gefahren ist, wann er dort ankam,…. und wann er die Arbeit im letzten Objekt abgeschlossen hat. Wichtig dabei ist nur, dass man die Auswertung mindestens regelmäßig am Monatsende macht und mit den eingereichten Stunden vergleicht. Macht schon Arbeit, aber lohnt sich. Wir selbst haben in alle Autos das Bury eingebaut, aber ich habe lange Zeit nicht konsequent verglichen – und ich muss sagen, dass Ergebnis nach genauer Kontrolle hat mich erschreckt!!!

Es scheint so, wenn wir nicht kontrollieren, rutschen sowohl die Stunden als auch die Qualität weg! Beides kann nicht in unserem Interesse sein! Wirtschaftliche Stärke garantiert den Fortbestand des Unternehmens und eine gute Leistung bindet den Kunden langfristig an uns.

Wie heißt dieser alte Spruch, den man hin und wieder hört? War das nicht: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?

Was ist Ihre Erfahrung zu diesem heiklen und sensiblen Thema?

Ihr Karl Wachenfeld – KlarOs

 

 

 

Drei typische Glasreinigungsunternehmen

Ich möchte Ihnen im Folgenden drei typische Glasreinigungsunternehmen vorstellen.
Wo finden Sie sich am ehesten wieder?

Der Ein-Mann-Glasreinigungsbetrieb:

Kundengruppen:                    Privatkunden, kleine Gewerbekunden
Umsatz pro Kunde:               bis 100 €/netto              
Gerätschaften:                      Einwascher, Abzieher, Leder, Eimer, Chemie, Leiter
Leistungsumfang:                 klassische Glas- und Rahmenreinigung
Spezialleistungen:                – keine –
Besonderheiten:                   persönl. Kundenbindung, geht auf individuelle Wünsche  ein
Mitarbeiterzahl:                     1 Mitarbeiter
Mitarbeiterqualifikation:         gelernter Glasreiniger oder angelernt
Umsatz/anno:                       ca. 25.000 €/netto
Einsatzgebiet:                       lokal/begrenzt 

Der spezialisierte Glasreinigungsbetrieb:

Kundengruppen:                    Private, gewerbliche Kunden (z.B. Hausverwaltungen)
Umsatz pro Kunde:               bis max. 3.000 €/netto pro Auftrag
Gerätschaften:                      Klassisch, 24er Leiter, Osmosegeräte, Stange, Kletterer
Leistungsumfang:                 die komplette Glasreinigungsleistung (klassisch, Hebebühne, Stangen, …)
Spezialleistungen:                z.B. Kalksanierung, Edelstahlreinigung, Aufzugreinigung
Besonderheiten:                   schwierige Kundenaufträge werden gern durchgeführt/Problemlöser  
Mitarbeiterzahl:                     4 bis 6 Mitarbeiter
Mitarbeiterqualifikation:         gelernte Glas- und Gebäudereiniger                                         Umsatz/anno:                       ca. 250.000 €/netto
Einsatzgebiet:                       bis max. 200 km Umkreis

Der große Glasreinigungsbetrieb:

Kundengruppen:                    Gewerbliche Kunden, Behörden, Facility Management-Unternehmen 
Umsatz pro Kunde:               bis 20.000 €/netto
Gerätschaften:                      Klassisch, 24er Leiter, Osmosegeräte, Teleskopstangen, Kletterer
Leistungsumfang:                 die komplette Glasreinigungsleistung (klassisch, Hebebühne, Stangen, …)
Spezialleistungen:                z.B. Kletterleistungen
Besonderheiten:                   hohe Quadratmeterleistung bei Großkunden
Mitarbeiterzahl:                     bis 30 Mitarbeiter        
Mitarbeiterqualifikation:        gelernte Glas- und Gebäudereiniger
Umsatz/anno:                       bis 1,5 Mio. €/netto
Einsatzgebiet:                       bis max. 200 km Umkreis, aber teilweise auch weiter

Jede Mitarbeiter-/Umsatzgröße schafft seine Besonderheiten am Markt. Der Ein-Mann-Unternehmer ist überfordert, wenn er sich an öffentlichen Aufträgen beteiligen will, das große Glasreinigungsunternehmen kann auf individuelle Schwierigkeiten meist nicht mehr so genau eingehen, wie das spezialisierte kleiner Glasreinigungsunternehmen.

So hat jeder Typ seinen Platz am Glasreinigungsmarkt und seinen treuen Kundenkreis.

Wichtig aus meiner Sicht ist, dass man weiß, wo man steht, welche Möglichkeiten man hat, womit man überfordert ist und wo seine eigenen Stärken sind.

Größer, größer, größer ist nicht immer vorteilhaft. Der Ein-Mann-Unternehmer ist nur sich selbst verpflichtet, kann aber auch in Schwierigkeiten kommen, wenn er z.B. einen Unfall hat.

Bei dem größeren Glasreinigungsunternehmen wächst gleichzeitig auch die Verwaltung. Schnell wird der Chef zum Verkäufer, Büromitarbeiter, Organisator – da bleibt dann keine Zeit mehr, um mitzuarbeiten. Das Geld müssen seine Mitarbeiter vor Ort verdienen.

Ihre Kommentare können Sie beim Anklicken der grauen Sprechblase (rechts neben der Überschrift) niederschreiben. Ich freue mich darauf!

Ihr Karl Wachenfeld – KlarOs

Welche Einbauten braucht der Glasreiniger in seinem Firmenfahrzeug/Kleintransporter?

Wir haben als Firmenfahrzeuge den Fiat Doblo. Die Kleintransporter sind jeweils mit zwei Glasreinigern besetzt und im Ladebereich ist alles, was der Glasreiniger braucht:

  • Leitern, Tritte
  • Unger RO-Reinwasseranlage
  • Schläuche auf Schlauchwagen
  • Elektrokabel auf Trommeln
  • Chemie
  • Tücher/Pads/Bezuge
  • Stangen, Pad- und Mophalter
  • Stiefeln/Schutzhelme/Schutzausrüstung
  • diverses


Lange Zeit hatten wir im Ladebereich kein Ordnungssystem und es hat genervt

  • dass keine Ordnung war
  • man nichts gefunden hat
  • man oft alles ausräumen musste
  • die Ladefläche nicht gut genutzt wurde
  • es einfach unprofessionell aussah
  • alles lag übereinander

Schon lange hatte ich damit geliebäugelt, ein Ordnungssystem einbauen zu lassen. Aber die hohen Kosten haben mich lange Zeit abgeschreckt. Als ich mir dann aber bewusst geworden bin, welche Vorteile ein aufgeräumtes Auto hat, habe ich die Einbauten beauftragt.

Die Vorteile sind:

  • deutlicher Zeitgewinn beim Aus- und Einräumen
  • deutlicher Zeitgewinn, da man das Gesuchte sofort findet
  • Professionalität – Ein Blick genügt
  • Werterhaltung der Gerätschaften im Auto

Was habe ich einbauen lassen?

Auf der linken Seite ein Regalsystem, in die ich meine Euro-Kisten und Gerätschaften legen kann.
Auf der rechten Seite Haken, passend für meine mitgeführten Leitern.
in der Mitte oben – bis ins Fahrerhaus – eine Wanne, in der unsere Stangen aufgehoben sind

Somit haben wir in der Mitte/zwischen den Einbauten genug Platz für die RO-Anlage, die wir jetzt ohne Mühe herausholen können.

Was muss man investieren?

Ein wirklicher Gewinn. Ja, man muss mit 1.000 bis 1.200 €/netto pro Kleintransporter rechnen. Aber wenn man nur eine halbe Stunde Zeitersparnis täglich ansetzt – und das ist wenig! – hat man das Geld in einem halben Jahr schon wieder raus.

Ich habe die Einbauten durch www.sortimo.de machen lassen und war sehr zufrieden, aber es gibt bestimmt auch andere Firmen, die diese Einbauten zu Ihrer Zufriedenheit erledigen.

Ja, es stimmt: Investitionen an der richtigen Stelle können Geld einsparen.

Ihr Karl Wachenfeld – KlarOs