Ich bin 62 Jahre – wie soll eine Firmenübergabe aussehen?

Als ich 56 Jahre war habe ich gemeinsam mit meiner Frau die Glasreinigungsfirma ‚KlarOs Dienstleistungs-GmbH’ hier in Berlin gegründet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ging es steil bergauf, so dass wir im letzten Jahr einen Umsatz von 230 Tausend € gemacht haben, und das ausschließlich in unserem Spezialgebiet der ‚Glas- und Aufzugreinigung’, ergänzt durch einen Kunden in der Reinraumreinigung.

Heute, mit 62 Jahren, guckt man sich um und stellt fest, dass einige gleichaltrige Bekannte und Freunde kurz vor der Rente/Pensionierung stehen oder zum Teil schon nicht mehr arbeiten – doch wie sieht das bei mir aus?

Ich werde das Unternehmen weiterhin wie bisher bis zu meinem 65sten Lebensjahr intensiv und aktiv voranbringen, doch dann möchte ich einen Schritt zurücktreten und noch ein paar Jahre / solange ich fit bin; meiner Lieblingsbeschäftigung, der strategischen Unternehmensausrichtung, dem Verkauf unserer Leistung,  der Angebotserstellung und der Kundenbetreuung nachgehen. Der operative Unternehmensteil (Arbeitsablauf, Planung, Materialeinsatz, -kontrolle, Stunden-vorgabe, usw.) muss dann komplett ohne mich laufen.

Doch wer soll diese Aufgabe übernehmen? Gibt es in den Reihen meiner Glasreiniger jemanden, dem ich das zutraue? Könnte das vielleicht ein Subunternehmer, mit dem ich schon lange zusammen arbeite, übernehmen? Soll ich mir jemanden Neues ins Unternehmen holen, den ich in den nächsten Jahren für eine Unternehmensübernahme aufbaue? Oder muss ich einen dicken Strich unter meine bisherige Selbständigkeit machen und das Unternehmen verkaufen?

Das Ziel ist klar, der Weg noch nicht – mal sehen, manchmal hilft einem ja der Zufall. Die Suche nach einer Veränderung hat mal wieder begonnen.

Karl Wachenfeld – Berlin

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