Neue Tarifregelung in der Glasreinigung zum 01.01.2013 – ein Glücksgriff oder nur Augenwischerei?

Die Fakten: Zum 01.01.14 steigen die Löhne in der Glasreinigung wie folgt:

Alte Bundesländer:           von 11.33 € auf 12.30 € =   8,83%
Neue Bundesländer:         von   9.00 € auf 10.31 € = 11,56%

Für mich passt da einiges nicht zusammen:

Warum wird der Lohn in den alten Bundesländern um 8,83% erhöht? Wie begründen die Tarifpartner diese extrem hohe Erhöhung? Haben Sie in den letzten Jahren die verkehrten Entscheidungen getroffen und müssen jetzt korrigieren/nachlegen?

Doch wie sollen wir Unternehmer diese Erhöhung im Preisgefüge umsetzen? Das wird sehr schwierig! Bei unseren großen Kunden können wir sicher nur einen Teil durchsetzen. Und was passiert dann? Die Leistung unserer Glasreiniger wird erhöht, was zu Qualitätseinbußen, Kunden-unzufriedenheit und gesundheitlicher Belastung der Mitarbeiter führt.

Lag der Lohnunterschied zwischen den neuen und den alten Bundesländern bisher bei 25,89%, so hat er sich durch diese Tariferhöhung sage und schreibe auf 19,59% reduziert – und das 24 Jahre nach der Wieder-vereinigung! Wie lange soll es noch dauern, bis die Angleichung der Glasreinigungstarife erfolgt ist? Weitere 10 Jahre, oder vielleicht noch mehr? Hierzu gibt es keine Aussage.

Für den Nicht-So-Eingeweihten: Der Glasreiniger in Babelberg bekommt ab dem 01.01.14 immer noch 2,02 € pro Stunde weniger als sein Kollege zwei Kilometer weiter in Berlin-Zehlendorf.  Nicht wirklich nochvollziehbar, oder?

Glauben die Tarifparteien wirklich, dass der Potsdamer Glasreiniger, wenn er nach Berlin rein fährt, den Berliner Tarif bezahlt? Das passiert in der Praxis ja nur in wenigen, sehr wenigen Fällen. Mit dieser Ungerechtigkeit müssen die Berliner Glasreinigungsunternehmen nun wohl noch lange leben. Aber es scheint ja fast gewollt, dass dieser Tarifunterschied – und damit der deutliche wirtschaftliche Angebotsvorteil der randnahen Glasreinigungsbetriebe – weiterexistiert.

Hätte man den Tarif der alten Bundesländer für 2014 eingefroren und nur den Tarif er neuen Bundesländer erhöht, wäre die Schere zwischen Ost und West auf 9,89% zusammengeschrumpft. Das wäre aus meiner Sicht die richtige Entscheidung für die Branche gewesen!

Die Tarifparteien haben hier völlig versagt, keine zukunftsweisenden Entscheidungen getroffen und der Branche – und damit den Unternehmern und Ihren Mitarbeitern – aus meiner Sicht schweren Schaden zugefügt.

Ich freue mich auf Ihre/Eure Kommentare!

Berlin, 22.11.13                   Karl Wachenfeld – KlarOs®

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