Wie sieht die Zukunft der Glasreinigungsbranche aus?

Vor kurzem saß ich mit einem Kollegen zusammen, der sich auf die Teppichreinigung spezialisiert hat. Er beklagte, dass es immer weniger hochwertige Teppiche gibt, die er reinigen kann. Die Tendenz, günstige Teppiche zu kaufen und diese nach einen Jahren wegzuschmeißen und einen neuen zu kaufen, kennt jeder. Bei den Neupreisen lohnt sich oft die – relativ teure Reinigung – für die meisten Kunden wohl nicht. Fazit: Der Teppichreinigungsmarkt schrumpft und es wird immer schwerer sich mit dieser Leistung am Markt zu behaupten.

Wie sieht das nun bei der Glasreinigung aus?

Die aktuelle Tendenz im Wohnungsbau zeigt, dass mehr Glas verarbeitet wird. Man möchte auf der einen Seite das Licht hereinlassen und nutzt auf der anderen Seite neue Spezialverglasungen, die optimal gegen starke Sonneneinstrahlung, aber auch gegen kalte Außentemperaturen isolieren.

Dadurch hat sich die Aufgabe der Glasreinigung in den letzten Jahren deutlich verändert:

• War früher jedes Fenster zu öffnen und von Innen aus komplett zu reinigen werden heute viele Festverglasungen verbaut, die häufig nur mit Steiger/Gondel, durch Kletterer oder mit den wasserführenden Stangen zu reinigen sind. Ja, die ‚Erreichbarkeit‘ ist oft ein Problem!

• Gleichzeitig haben sich die Glasarten deutlich vermehrt: Es gibt Glas, das die Hitze abhält, es gibt unterschiedliche Arten des Sicherheitsglas (gegen Einbruch, gegen Absturz, usw.), und vieles mehr. Das Glas ist empfindlicher geworden und die Gefahr, dass diese Glassorten bei der Reinigung schnell zerkratzen, ist groß!

Wie kann sich die Glasreinigungsbranche auf diese neue Herausforderung einstellen?

Es reicht heute nicht mehr aus, das Geschirr in den Eimer zu packen, sich auf das Fahrrad zu setzten und zum Kunden zu fahren und zu erwarten, dass er wohl eine Leiter in seiner Wohnung haben wird – zumindest nicht für den spezialisierten Glasreinigungsbetrieb.

Heute müssen die Mitarbeiter eines professionelle Glasreinigungsunternehmen alle Techniken (Hebebühnen, Leitern, Klettern, Stangen) beherrschen, um jede Arbeitsfläche zu erreichen, egal, ob es sich um eine 10-stöckige Glasfassade, eine Dachverglasung, ein feststehendes Fenster im 4. Obergeschoß im engen Hofbereich, o.ä. handelt.

Gleichzeitig sollte der Glasreiniger die unterschiedlichen Glassorten erkennen, zumindest aber die notwendige Vorsicht walten lassen, damit Glasschäden vermieden werden.

In den letzten Jahren wurden viele Glasfassaden gebaut, die bis vor einigen Jahren von der Glasreinigung nur mit Hebebühnen gereinigt werden konnten. Flächen, die man mit Hebebühne nicht erreichte, wurden einfach nicht gereinigt.

Heute sieht das anders aus: Heute kann jede Glasfläche gereinigt werden, denn die Glasreinigung durch Kletterer und wasserführende Teleskopstangen bis 20 Meter Höhe hält immer mehr Einzug in unsere Branche. Unsere Kunden können also ihre Glasflächen, wenn sie es wünschen, reinigen lassen. Natürlich ist die Reinigung durch Industriekletterer nicht günstig. Dafür hat der Stangeneinsatz die Preise für den Auftraggeber gesenkt und bietet ihnen die Chance, schneller zu beauftragen. Darüber bin ich sehr froh, denn die Auftraggeber haben z.B. aufgrund des günstigen Stangeneinsatzes wieder die Chance ihre Glasfassaden regelmäßig – zumindest einmal jährlich – zu reinigen.

Und wir wissen alle: Aus einem Fenster guckt man sehr viel lieber, wenn es sauber ist!

Fazit: Ihr Glasreinigungsbetrieb ist für die Zukunft gerüstet, wenn Sie eine breite technische Leistung anbieten und Sie darauf achten, dass Ihre Mitarbeiter keine Glasschäden verursachen.

Viele Grüße

Karl Wachenfeld – KlarOs®

Schreibe einen Kommentar