Schlechte Zahlungsmoral in der Glasreinigung?

Ich glaube, dass kann man nicht so einfach mit JA oder NEIN beantworten.

Machen Sie besser nicht die wirtschaftliche Situation verantwortlich – es kommt in diesem Falle sehr viel auf uns selbst an:

Wie sieht das Zahlungsziel aus? 10 Tage, 30 Tage,…
Wird der säumige Kunde angerufen? Einmal, mehrmals?
Wann wird die erste/letzte Mahnung geschickt. Direkt nach.., oder später?
Was passiert nach der letzten Mahnung? Gerichtliches Mahnverfahren?
Soll man weiterarbeiten, obwohl die letzte/n Rechnung/en ausstehen?

Wichtig aus meiner Sicht ist, dass die Rechnung korrekt und direkt nach der Leistungserbringung abgeschickt wird. Damit signalisieren Sie dem Kunden: Die Arbeit ist getan, jetzt bist du dran, deine Pflicht zu erfüllen und zu zahlen.

Man sollte ungedingt das Zahlungsziel im Auge haben und jede Nichteinhaltung registrieren und entsprechend agieren, wobei Sie hier das richtige Händchen beweisen müssen:

– Bei dem ‚unsicheren Kunden’ die erste Mahnung gleich herausschicken
– Bei dem langjährigen Kunden, immer leicht verspätet zahlt, abwarten
– Dem guten Kunden, der wohl vergessen hat zu zahlen, eine freundliche Mail
schicken.
– Dem Dauerverweigerer deutlich machen, dass es so nicht weitergeht und androhen,
die Arbeit einzustellen, wenn bis zum… nicht alles gezahlt ist.

Die schriftliche Mahnung ist ein legitimes Rechtsmittel, dass unsere Forderungen beschreibt und den Kunden in Verzug setzt. Nutzen Sie es aktiv und mutig!

Machen Sie sich bewusst: Sie sind im Recht. Sie haben die Leistung erbracht und damit Ihren Teil des Vertrags erfüllt. Jetzt geht es darum, dass Ihr Auftraggeber seinen Part – und das ist nun mal die Zahlung – erfüllt!

Ihre Konsequenz sichert ab, dass Sie Ihre Löhne rechtzeitig zahlen können und Ihr Unternehmen nicht gefährden! Wenn Sie nicht der Typ sind, Ihren Kunden konsequent entgegenzutreten, suchen Sie sich jemanden, der es kann: Ihre Buchhalterin, Ihre Mitarbeiterin oder jemand aus der Familie, der mehr Distanz zu Ihrem Kunden hat.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen beim Eintreiben ausstehender Forderungen.
Mutiges handeln hilft, Sie werden es sehen.

Ihr Karl Wachenfeld – KlarOs® Berlin

Wie sieht die Zukunft der Glasreinigungsbranche aus?

Vor kurzem saß ich mit einem Kollegen zusammen, der sich auf die Teppichreinigung spezialisiert hat. Er beklagte, dass es immer weniger hochwertige Teppiche gibt, die er reinigen kann. Die Tendenz, günstige Teppiche zu kaufen und diese nach einen Jahren wegzuschmeißen und einen neuen zu kaufen, kennt jeder. Bei den Neupreisen lohnt sich oft die – relativ teure Reinigung – für die meisten Kunden wohl nicht. Fazit: Der Teppichreinigungsmarkt schrumpft und es wird immer schwerer sich mit dieser Leistung am Markt zu behaupten.

Wie sieht das nun bei der Glasreinigung aus?

Die aktuelle Tendenz im Wohnungsbau zeigt, dass mehr Glas verarbeitet wird. Man möchte auf der einen Seite das Licht hereinlassen und nutzt auf der anderen Seite neue Spezialverglasungen, die optimal gegen starke Sonneneinstrahlung, aber auch gegen kalte Außentemperaturen isolieren.

Dadurch hat sich die Aufgabe der Glasreinigung in den letzten Jahren deutlich verändert:

• War früher jedes Fenster zu öffnen und von Innen aus komplett zu reinigen werden heute viele Festverglasungen verbaut, die häufig nur mit Steiger/Gondel, durch Kletterer oder mit den wasserführenden Stangen zu reinigen sind. Ja, die ‚Erreichbarkeit‘ ist oft ein Problem!

• Gleichzeitig haben sich die Glasarten deutlich vermehrt: Es gibt Glas, das die Hitze abhält, es gibt unterschiedliche Arten des Sicherheitsglas (gegen Einbruch, gegen Absturz, usw.), und vieles mehr. Das Glas ist empfindlicher geworden und die Gefahr, dass diese Glassorten bei der Reinigung schnell zerkratzen, ist groß!

Wie kann sich die Glasreinigungsbranche auf diese neue Herausforderung einstellen?

Es reicht heute nicht mehr aus, das Geschirr in den Eimer zu packen, sich auf das Fahrrad zu setzten und zum Kunden zu fahren und zu erwarten, dass er wohl eine Leiter in seiner Wohnung haben wird – zumindest nicht für den spezialisierten Glasreinigungsbetrieb.

Heute müssen die Mitarbeiter eines professionelle Glasreinigungsunternehmen alle Techniken (Hebebühnen, Leitern, Klettern, Stangen) beherrschen, um jede Arbeitsfläche zu erreichen, egal, ob es sich um eine 10-stöckige Glasfassade, eine Dachverglasung, ein feststehendes Fenster im 4. Obergeschoß im engen Hofbereich, o.ä. handelt.

Gleichzeitig sollte der Glasreiniger die unterschiedlichen Glassorten erkennen, zumindest aber die notwendige Vorsicht walten lassen, damit Glasschäden vermieden werden.

In den letzten Jahren wurden viele Glasfassaden gebaut, die bis vor einigen Jahren von der Glasreinigung nur mit Hebebühnen gereinigt werden konnten. Flächen, die man mit Hebebühne nicht erreichte, wurden einfach nicht gereinigt.

Heute sieht das anders aus: Heute kann jede Glasfläche gereinigt werden, denn die Glasreinigung durch Kletterer und wasserführende Teleskopstangen bis 20 Meter Höhe hält immer mehr Einzug in unsere Branche. Unsere Kunden können also ihre Glasflächen, wenn sie es wünschen, reinigen lassen. Natürlich ist die Reinigung durch Industriekletterer nicht günstig. Dafür hat der Stangeneinsatz die Preise für den Auftraggeber gesenkt und bietet ihnen die Chance, schneller zu beauftragen. Darüber bin ich sehr froh, denn die Auftraggeber haben z.B. aufgrund des günstigen Stangeneinsatzes wieder die Chance ihre Glasfassaden regelmäßig – zumindest einmal jährlich – zu reinigen.

Und wir wissen alle: Aus einem Fenster guckt man sehr viel lieber, wenn es sauber ist!

Fazit: Ihr Glasreinigungsbetrieb ist für die Zukunft gerüstet, wenn Sie eine breite technische Leistung anbieten und Sie darauf achten, dass Ihre Mitarbeiter keine Glasschäden verursachen.

Viele Grüße

Karl Wachenfeld – KlarOs®

Das KlarOsblog wird ein Jahr alt!

Das KlarOsblog besteht nun schon seit einem Jahr. Zeit, einmal kurz zu resümieren:

Nochmals zurück! Warum habe ich das Klarosblog ins Leben gerufen? Seit nunmehr 23 Jahren bewege ich mich in der Gebäudereinigung und seit 8 Jahre als selbständiger Unternehmer, der sich auf die Glasreinigung hier in Berlin spezialisiert hat. In dieser Zeit habe ich viel gesehen und erlebt und immer wieder Gründe dafür gefunden, mich aus Interesse an dieser Branche zu Typischem, Ungerechtem, offenen Fragen, Beobachtungen und ähnlichem zu Worte zu melden. Ich denke, es reicht nicht in einem Forum abzukotzen, als wichtig sehe ich es an, dass man die Gesetze der Branche erkennt, Mitstreiter findet, die ähnlich denken und kollegial sind, sich gegenseitig unterstützt und sich selbstbewusst zu unserer Branche bekennt. Haben die Großen der Branche ihre Innung, so sind zehntausende von Einzel-, Klein- und mittelgroßen Unternehmen isoliert und kämpfen täglich ums Überleben. Sie sind es, die ich erreichen und die ich zum Dialog auffordern möchte.

Habe ich in einigen Blogbeiträgen auch den KlarOs-Kunden oder den potentiellen Kunden angesprochen, so wird dies in Zukunft im Blog nicht mehr der Fall sein. Ab sofort gibt es eine Trennung zwischen Artikeln für die Branche, die Sie im KlarOs-Blog wiederfinden und kurzen aktuellen Beiträgen für meine zukünftigen Kunden, die Sie bald auf meiner komplett überarbeiteten KlarOs-Webseite www.klaros-gmbh.de ansehen können.

Die Statistik von google/analytics/ gibt mir auf meinem Wege Recht: Die Besucherzahlen sowohl des Glasreinigerblogs als auch meiner Firmenwebseite steigt ständig. Vergleiche ich die Zahl der Zugriffe auf der KlarOs-Webseite vom April 2013 mit dem April 2014 so liegt der Zugriff um 50% höher.

Meine Erfahrung ist es, dass Ziele – hier der Besucherzuwachs – von vielen Seiten angegangen werden müssen, wenn sie zu einem Erfolg werden sollen. Dazu gehört in der heutigen Zeit an vielen Stellen die aktive Nutzung der digitalen Möglichkeiten.

Ich freue mich auch weiterhin für meine aktuellen Kunden, für zukünftige Kunden, aber auch für Existenzgründer in der Glasreinigung, selbständige Glasreiniger und kleine und mittlere Glasreinigungsbetriebe da zu sein und ihnen interessante und hoffentlich hilfreiche Beiträge zu liefern. Ab sofort also aus einer Feder an zwei verschiedenen Stellen.

Viele Grüße von Karl Wachenfeld – KlarOs®

Glasreinigung: Welche Werbung macht Sinn?

Werbung kostet was, sieht jeder als sinnvoll an, aber wofür soll man sich entscheiden? Das Angebot ist breit und geht von den Handzetteln für den Briefkasten, über Mailings und Zeitungsinserate bis hin zur optimierten Webseite. Schwierig ist dabei, dass man vorher nicht weiß, ob das Ergebnis den gewünschten Erfolg hat.

Deshalb einige Hinweise an dieser Stelle aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz für den klein- bis mittelgroßen Glasreinigungsbetrieb. (Die großen haben ja ihre Marketingabteilung und entsprechende Fachleute…).

Der Handzettel im Briefkasten:

Kann sinnvoll für den Kleinbetrieb oder das junge Unternehmen sein, der sich in seinem nahen Umfeld bekannt machen will.

Die Mailingaktion:

Setzt voraus, dass man die Adressen inkl. Emailadressen systematisch sammelt und die Gefahr läuft, dass man abgemahnt wird, da Massenmails nicht erlaubt sind. Im Einzelfall aber sehr effektiv.

Zeitungsinserate:

Sollten nur gezielt eingesetzt werden. Dabei immer die Nähe zum Firmenstandort suchen. Hat meist nur Erfolg, wenn man diese Anzeigen regelmäßig schaltet – ist dann aber in das Jahresbudget fest einzuplanen.

Netzwerkarbeit:

Sicher die günstigste Werbeaktion. Suchen Sie sich das Unternehmernetzwerk Ihres Ortes heraus und arbeiten sie dort mit. Auch hier gilt: Sich einbringen, geben, geben, Vertrauen aufbauen – dann kommen die ersten Aufträge.

Die optimierte Webseite:

Für den mittelgroßen Glasreinigungsbetrieb, der systematisch wachsen will, gilt heute die optimierte Webseite als das wichtigste Werbemittel. Dabei muss die Webseite so gestaltet sein, dass sie nach neuestem Stand für Google optimiert werden kann. Eine Webseite, die vor 6 Jahren aufgebaut worden ist – auch wenn sie Ihnen noch so sehr gut gefällt – ist veraltet.

Dies ist nur eine Auswahl von Werbemöglichkeiten und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Über Ihre Rückmeldungen, die ich auch gern in meinen nächsten Artikel aufgreifen würde, freue ich mich.

Karl Wachenfeld – KlarOs®

Glasreinigung mit entionisiertem Wasser – aber mit welcher Maschine?

Gestern habe ich eine neue – nun schon die dritte – Wasseraufbereitungsanlage in Betrieb genommen. Somit blicke ich auf sieben Jahre aktive Erfahrung mit dieser Technik zurück und möchte Ihnen gern davon berichten.


Die aktuelle Situation für viele Glasreiniger

Die meisten Glasreinigungsunternehmen arbeiten schwerpunktmäßig klassisch mit Einwascher und Abzieher aus dem Stand, von der Leiter oder von der Hebebühne aus. Mit neuen Techniken, so auch der Glasreinigung mit der wasserführenden Teleskopstange und entionisiertem Wasser, tut sich der typische Glasreiniger schwer. Aber der Druck auf die Glasreingungsabteilungen und – unternehmen wird, um konkurrenzfähig zu bleiben, immer größer und so denken viele darüber nach, diese Technik mit ins Repertoire zu nehmen.

Einige schwierige Entscheidungen stehen an, schließlich kennt man sich mit dem, was auf einen zukommt, nicht aus, muss aber, wenn man den Schritt geht, im Normalfall einige tausend Euro für die neue Technik investieren.

Vorschlag für eine unproblematische Lösung des Problems

Stehen Sie vor der Glasfassade, die Sie bisher immer mit Steiger gereinigt haben und wollen alternativ die Reinigung mit entionisertem Wasser und Stange ausprobieren, dann lassen Sie sich doch für diese speziellen Glasflächen (Treppenhäuser, Glasfassaden, o.ä.) ein Angebot von einem Glaseiniger machen, der über entsprechende Gerätschaften verfügt und ein entsprechendes Know-how aufgebaut hat. Wir von KlarOs arbeiten zurzeit mit ca. 10 Glas- und Gebäudereinigern zusammen, die uns regelmäßig für diese speziellen Aufgaben beauftragen. Dies zum Vorteil für beide Seiten: Der Auftraggeber hat ein günstiges Angebot und die Garantie, dass die Aufgabe für ihn risikolos gelöst wird. Und wir können unser spezielles Aquipment rund um die Uhr einsetzen. Das System läuft natürlich nur, wenn beide Seiten fair miteinander umgehen und man als Subunternehmer nicht in Konkurrenz zu dem Kollegen tritt. Versubung von Teilleistungen an einen auf Stangenarbeit spezialisierten Kollegen kann Sinn machen!

 

Unsere weitere Empfehlung für Glasreinigungsunternehmen

Ist dieser Wunsch nicht für Sie möglich möchte ich hier einige Empfehlungen für den Neueinsteiger geben: 

  • Sie müssen in Ihrem Glasreinigungsteam mindestens einen Mitarbeiter haben, der bereit ist, sich in diese neue Technik einzuarbeiten!
  • Fangen Sie mit einer kleinen Variante (kleiner Ionentauscher und Teleskopstange bis max. 15 Meter) an. So lernen Sie Schritt für Schritt.
  • Wenn Sie die ersten Schwierigkeiten überwunden haben und das System öfter einsetzen, sollten Sie eine größere Anlage kaufen; da reicht die kleine, bei der der Ionentauscher schnell zu ist und ausgetauscht werden muss, nicht mehr aus.
  • Greifen Sie nicht zu der großen Patrone, auch diese ist relativ schnell voll und dann haben Sie immer das Nachfüllproblem und entsprechende Kosten.
  • Da rate ich eine Maschine mit Vorfilter, Osmoseanlage und einem nachgestellten Ionentauscher zu kaufen. Vorfilter und Osmoseanlage reinigen ca. 95%, so dass der Ionentauscher in diesem Falle 20 x länger hält, bis er voll/zu ist. Hier kann ich die Umkehrosmose von Unger nur wärmstens empfehlen. Sie ist einfach zu bedienen, hat einen guten Wasserdruck und ist aus meiner Sicht insbesondere deshalb sehr gut, da nicht zu groß und schwer und somit leicht zu transportieren. (Da ich seit 7 Jahren mit Umkehrosmosen arbeite, weiß ich, wovon ich spreche und empfehle diese Maschine sehr gern.)

 Bitte gehen Sie nicht davon aus, dass mit der Investition das Thema gelöst ist, es kommen auf jeden Fall einige Fragen und Probleme auf Sie zu, die Sie geduldig löschen müssen.

Die Reinigung mit dem entionisierten Wasser und der wasserführenden Teleskopstange bietet viele Chancen für die Glasreinigung, ist aber immer im Zusammenspiel mit allen anderen Techniken (klassisch, Hebebühne, Kletterer) zu sehen.

 Ihr Karl Wachenfeld – KlarOs®

Berlin, 11.04.2014

 

Ausschreibungstext für die ‚Reinigung von Glasdächern, Stützen und Regenrinnen‘

Die Ausschreibung wurde erstellt am:   Dienstag
Per Post erreichte sie uns am:                 Donnerstag
Unsere Besichtigung am:                         Freitag
Abgabetermin am:                                      Montag !!!!!!!

Also habe ich die Besichtigung gestern durchgeführt und möchte Ihnen gern darüber berichten: 

Es handelt sich um eine halbstaatliche Einrichtung, die bei größerem Ausschreibungsvolumen öffentlich ausschreibt. In diesem Falle ist der Umfang wohl unter dem Schwellenwert, so dass es eine begrenzte Zahl von Anbietern gibt, die zur Angebotsabgabe aufgefordert wurden. Es geht um insgesamt 9 Objekte, die in einem Areal von ca. 10 km² zu besichtigen sind.

Hier beispielhaft eine Original-Objekt- und -Aufgabenbeschreibung: 

Objektbezeichnung XXXXXX
Regenrinnenreinigung / Glashäuser und Halle ca. 1.268 m²
ca. 67 m (2x Rinnen mittig und Ränder.
Ergänzend sind 3 Bilder des Objektes von drei Seiten dargestellt.

 Wie habe ich diese kurze Ausschreibungsinformation verstanden:

1.) Reinigung der Glasdächer (ca. 1.268 m²)
2.)
Reinigung der Regenrinnen (ca. 67 m) 

Beim Nachfragen stellte sich heraus, dass es sich ausschließlich um die Reinigung der Regenrinnen handelt!

Fazit: 

Nicht eindeutige Ausschreibungstexte schaffen Unsicherheit bei der Angebotserstellung. Gewünschte und angebotene Leistungen und entsprechend auch das Preisangebot passen nicht zusammen. Entweder der Preis passt nicht oder die Leistungsabnahme führt zu Problemen. Da sind Konflikte vorprogrammiert.

Meine Bitte an die Auftraggeber:

Beschreiben Sie die gewünschten Leistungen eindeutig und lassen Sie uns für die Angebotserstellung genügend Zeit, die Aufgabe genau besichtigen, bewerten und kalkulieren zu können.

Viele Grüße

Karl Wachenfeld aus Berlin  

Welche Erwartungen hat der Kunde an den Glasreiniger?

Welche Erwartungen hat der Kunde an den Glasreiniger?

  • Ganz einfach: Die Fenster sollen sauber werden
  • Die versprochene Leistung muss komplett erbracht werden
  • Der Glasreiniger muss fachkompetent sein
  • Er darf den Fußboden/Teppich nicht verschmutzen
  • Die Arbeit soll systematisch und zügig durchgeführt werden.
  • Der Glasreiniger soll alle notwendigen Materialien und Geräte dabei haben
  • Die Glasreinigung soll pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt beginnen
  • Der Glasreiniger soll mögliche Vorschädigungen (Kratzer, u.ä.) sofort melden.
  • Unaufdringliche Freundlichkeit ist wohl passend im Kundenkontakt
  • Nach getaner Arbeit eine freundliche Verabschiedung

Was will der Kunde vom Glasreiniger nicht hören/nicht erleben:

  • Breite Informationen, wie er oder mit welchem Mittel usw. wir reinigen
  • Telefonate während der Ausführung der Glasreinigungsarbeiten
  • Kein Gejammere, wie schwierig die Arbeit ist oder welchen Zeitdruck man hat,
    wie wenig Geld man verdient…
  • Keine Besserwisserei

PS.: Vielleicht möchten Sie die Geschichte Ihrer Selbständigkeit an dieser Stelle veröffentlichen? Schreiben Sie mir doch einen kurzen Artikel – es ist sicher insbesondere sehr spannend für die Kollegen, die bald die Existenzgründung wagen wollen!

Karl Wachenfeld – KlarOs®

Glasreinigung: Ein wirklich schwieriger Kunde (2)

Vor fast genau einem Jahr, am 08.03.2013 habe ich Ihnen über einen wirklich schwierigen Kunden von mir berichtet. Ein Gezerre und Gezetere, das man nicht oft haben sollte. Es raubt viel Zeit und Kraft und am Ende bleibt für uns kein Euro übrig.

Um so mehr habe ich mich gewundert, als der Kunde im Dezember bei uns anrief und fragte, ob wir wieder für ihn arbeiten würden. Ich war überrascht und schwankte zwischen dem Wunsch nach Umsatz und der Erinnerung an den Ärger mit dem Kunden. So sagte ich ihm, dass es zwei Voraussetzungen für eine Neubeauftragung für mich gäbe: 1.) Vorauszahlung 2.) Keine Reklamationsmöglichkeit. (Juristisch bewege ich mich da natürlich auf ganz dünnem Eis, aber das war mir egal.) Der Kunde bedankte sich und sagte, dass er darüber nachdenken würde.

Nun hat er diese Woche wieder angerufen, mich aber nicht erreicht. Vielleicht ruft er ja nochmal an?

Und trotzdem stelle ich mir die Frage, warum der Kunde nicht jemanden anders auffordert? Sind die Mitbewerber deutlich teurer? Arbeiten sie vielleicht mit einer anderen Technik wie wir? War der Kunde in Wirklichkeit mit unserer Leistung zufrieden und hat seine Unzufriedenheit nur inszeniert, vielleicht um den Preis zu drücken?

In den vielen Jahren der Kundenbetreuung musste ich immer wieder feststellen, dass man dem schwierigen Kunden sehr viel Aufmerksamkeit widmet und dadurch schnell die wirklich guten Kunden vernachlässigt. Das soll hier nicht geschehen.

Berlin, 16.02.14                         Karl Wachenfeld – KlarOs®

 

Sollte man sich an öffentlichen Ausschreibungen der Glasreinigung beteiligen?

Was spricht dafür:

  • In Aussicht gestellter Neuumsatz
  • Meist größere Objekte mit entsprechendem Umsatzvolumen
  • Man braucht sich die Kontakte nicht selbst zu suchen
  • Die Zahlen (Flächen, usw.) werden geliefert

Was spricht dagegen: 

  • Eine große Anzahl von Mitbewerbern
  • Geringe Zuschlagschance
  • Oft bekommt der günstigste Anbieter den Auftrag
  • Nicht auskömmliche Preise
  • Qualität ist oft kein Entscheidungskriterium
  • Viel und aufwändige Papierarbeit
  • Hoher Zeitaufwand bei der Kalkulation
  • Kleine formale Fehler führen zum Ausschluss
  • Der Gebäudereiniger im Hause macht die Glasreinigung günstig mit und verhindert dadurch, dass der Mitbewerber den Fuß in der Tür hat.

Fazit: Für kleinere und mittelständische Glasreinigungsfirmen sind öffentliche Ausschreibungen meist nicht interessant. Sie werden im Normalfall von den großen Dienstleistern nebenbei mitgemacht. Auch wenn die Glasreinigung damit zum Stiefkind in der Gebäudereinigung wird, scheit sich hier auf absehbare Zeit nichts zu ändern.

Wir von KlarOs® beteiligen uns nicht an öffentlichen Ausschreibungen.

Berlin, 31.01.2014                                      Karl Wachenfeld – KlarOs®

Schulreinigung – wer ist Schuld an dem Schmutz? Ist Verbesserung möglich?

In den letzten Wochen ist die schon lange schwelende Diskussion um schmutzige Klassenräume hoch gekocht. Scheinbar ist nur eines sicher: die Schul- und Sanitärräume und die  Flure und Treppenhäuser  sind permanent stark verschmutzt und in vielen Fällen hygienisch stark bedenklich. Aber scheinbar ist keiner Schuld: Nicht die Schulleitung, die die Reinigungsfirma verantwortlich macht – nicht die Reinigungsfirma, die behauptet alle Vorgaben im Reinigungsvertrag erfüllt zu haben.

Wie stellt sich die Situation aus der Sicht eines alten Hasen (23 Jahre) aus der Gebäudereinigung dar:

Grundsätzlich sind die Leistungen sehr umfassend und detailliert dargestellt. Überprüfen sollte die Schulbehörde, ob nicht der Reinigungsturnus – zumindest in stark verschmutzen oder hygienisch relevanten Bereichen – erhöht werden sollte. Aber hier liegt erst einmal nicht das Hauptproblem.

Die Ausschreibungsbedingungen für die Schulreinigung

Wenn wir uns den Ausschreibungsbedingungen zuwenden, kommen wir den Problemen schon näher: Im Normalfall muss der günstigste Anbieter genommen werden. Wenn dem Leistungsversprechen des Günstigsten vielleicht nicht glaubt wird auf jeden Fall einer der günstigeren Anbieter ausgewählt.

Im Normalfall wird das eingesetzte Stundenvolumen in der Ausschreibung abgefragt. Hier wird im Regelfall von dem Gebäudereiniger der Stundenverrechnungssatz unrealistisch niedrig angesetzt, um dadurch das Stundenvolumen zu erhöhen und größere Erfolgsaussichten bei der Ausschreibung zu haben.

Steigt man aber einmal genauer hinter die dargelegten Zahlen und hinterlegt einen realistischen Stundenverrechnungssatz (Lohntarif +110%), bei dem dann der Gebäudereiniger auch kein Geld mitbringen muss, so erkennt jeder das gesamte Lügengebilde der Angebote: Vorgabezeiten von 5 Minuten für ein Klassenzimmer, Sanitärbereiche mit Zeitvorgaben, die nicht mehr erlauben, als den Toilettendeckel von außen abzuwischen, usw. Und genau so stellt sich dann die Situation dar.

 

Unrealistische Zeitvorgaben durch das Reinigungsunternehmen

Die den Reinigungskräften vorgegebenen Zeiten sind unrealistisch und schaffen keine Reinigungsqualität im Objekt!

 

Muss man Mitleid mit den armen Reinigungskräften haben?

Ein weiteres Problem speziell in den Schulen sehe ich darin, dass die Reinigungskräfte über die Zeitvorgaben öffentlich jammern und die Lehrer bis hin zur Schulleitung hierfür ‚soziales Verständnis aufbringen’ und meinen, dass sich eine Beschwerde nicht gegen das Reinigungsunternehmen sondern direkt gegen die Reinigungskraft richten würde. In diesem Falle überspringt die berechtigte Beschwerde schon nicht die erste Hürde.


Jede Mangelleistung dem Reinigungsunternehmen anzeigen

Würde jeder Mangelleistung nachgegangen, diese dokumentiert und umgehend an den Gebäudereiniger mit der Androhung gefaxt, dass ohne umgehende Mängelbeseitigung ein Preisabzug erfolgen würde, würde sich sicher schnell was bewegen. Denn da ist der Gebäudereinigung sehr empfindlich. Nur hiermit kann man Druck machen, dass eine ausgeschriebene Leistung auch angeboten wird. Und wenn der Dienstleister das dann nicht leisten kann, überlegt er sich vielleicht beim nächsten Mal, ob er den Preis drückt. Doch heute kann er  ja seine Schlechtleistung sehr gut aussitzen!

 


Die Glasreinigung / Fensterreinigung in den Schulen

Wie sieht es den bei der Glasreinigung in den Schulen aus? Ganz ähnlich wie bei der täglichen Schulreinigung. Hinzu kommt noch, dass die Schulen bei der Ausschreibung nicht immer die Glasreinigung und die tägliche Reinigung in getrennten Losen vergeben. So kann ein Unternehmen mit nur einem Glasreiniger den Auftrag bekommen und gibt diese Arbeit an einen Nachunternehmer weiter. Da der Generalunternehmer natürlich etwas verdienen will, wird der Preis des Nachunternehmers noch mal gedrückt. Das führt auch hier verstärkt zu Schlechtleistungen und einer Reklamationsflut über nicht gereinigte Fenster.

 

Sollte man sich an Schulausschreibungen beteiligen?

Solange die Ausschreibungs- und Rahmenbedingungen kein Qualitätsangebot würdigen beteiligen wir uns nicht an Schulausschreibungen, die ja zumeist öffentlich ausgeschrieben werden müssen.

 

Berlin, 17.01.2014              Karl Wachenfeld – KlarOs®